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Hensoldt-Aktie: Rekordaufträge treffen auf Bewertungsskepsis

Seit einem Jahr in der Range
Konrad Speckmaier
Hensoldt ist einer der wichtigsten Sensorik- und Optronik-Zulieferer für die Bundeswehr und profitiert massiv vom europäischen Rüstungsboom. Der Auftragsbestand hat gerade eine psychologisch wichtige Schwelle durchbrochen, während die Analysten bei der Bewertung der Aktie so weit auseinanderliegen wie selten. Charttechnisch steht der Kurs seit über einem Jahr an derselben Stelle fest.

Rekordaufträge, aber der Markt bleibt skeptisch

Hensoldt hat seinen Auftragsbestand im ersten Halbjahr 2026 erstmals über die Marke von 10 Milliarden € gehoben. Aktuell liegt er bei 10,3 Milliarden €. Umsatz und Auftragseingang legten beide deutlich zu. Der Umsatz kletterte um +23,6% auf 1,167 Milliarden €, das bereinigte EBITDA um +28,5% auf 137 Millionen €. Besonders kräftig legte die Sparte Optronics zu, die unter anderem Ausrüstung für die Schützenpanzer Puma und Schakal liefert. Ihr Auftragseingang schoss von 164 auf 971 Millionen € und damit auf fast das Sechsfache. Erst vor wenigen Tagen erteilte die Bundeswehr einen Entwicklungsauftrag über 15 Millionen € für die Bodenstation Optarion.

Parallel bestellte der Partner HEVI Optronics 200 Sensoren aus einer neuen Baureihe. Auf der Fachmesse Africa Aerospace and Defence präsentierte der Konzern zudem ein neues System zur Verwaltung elektromagnetischer Frequenzen. Dazu kommen geopolitische Unsicherheit und ein zuletzt bekannt gewordener Insiderverkauf des Aufsichtsratsvorsitzenden. Bei den Analysten geht die Meinung entsprechend weit auseinander. Bank of America und Jefferies sehen die Aktie bei rund 92,50 beziehungsweise 94 €, während ein anderes Haus lediglich 62 € für gerechtfertigt hält und vor einem zu optimistisch eingepreisten Wachstumsszenario warnt.

Übrigens: Gewisse Rohstoffe entwickeln sich zur geheimen Währung der Rüstungsindustrie – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ stellt zwei Aktien vor, die davon massiv profitieren werden.

Der Chart-Check

Quelle Chart: Tradingview

Die Hensoldt-Aktie befindet sich seit dem starken Anstieg Anfang 2025 in einer Range, die bislang nicht durchbrochen werden konnte. Auf der Oberseite liegt die Range-Oberkante zwischen 102,50 und 106,20 €, darüber folgen die Hochs bei 112,90 und 117,20 €. Auf der Unterseite haben die Tiefs immer wieder Stärke gezeigt, wodurch sich ein Supportbereich zwischen 60,90 und 66,20 € gebildet hat. Aktuell notiert der Kurs zwischen beiden Zonen, in einem Bereich, den er in der Vergangenheit bereits häufig durchlaufen hat. Genau deshalb liegt auch die Linie im Chart bei rund 81,10 €.

Solange sich der Kurs in der Mitte der Range befindet, ist erst einmal Abwarten angesagt und es gilt, auf eine Reaktion des Marktes zu warten. Bewegt sich der Kurs nach oben und findet an der Widerstandszone Abweisung, kann im Sinne der Range eine Short-Position eingegangen werden. Auf der Unterseite gilt die gleiche Idee, nur mit einer Chance auf steigende Kurse. Wichtig ist hierbei nur, dass die jeweilige Zone nicht durchbrochen wird. Wäre das der Fall, würde sich die Chance auf eine Auflösung der Range ergeben – mit einer Long- oder Short-Chance in Ausbruchsrichtung.

ℹ️ Hensoldt in Kürze

  • Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
  • Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
  • Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 8,69 Milliarden € an der Börse wert.

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Konrad Speckmaier

Fazit

Aktuell heißt es abwarten, bis der Markt eine der beiden Zonen angelaufen hat. Kommt es dort zu einer entsprechenden Reaktion, lässt sich ein Trade im Rahmen der Range versuchen. Das erste Ziel wäre dann die Unterstützung oder der Widerstandsbereich, beziehungsweise die letzten Hochs oder Tiefs, falls es schon dort zu einer Abweisung kommt. Vom Supportbereich aus wären das rund +45% auf der Oberseite. Bleibt der Markt innerhalb der beiden Zonen, bleibt es bei der Range. Kommt es dagegen zu einem Bruch, ist Vorsicht angebracht – dann entscheidet sich, ob es sich um einen echten Ausbruch oder nur einen Fakeout handelt.

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