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Gold: Jetzt müssen die Bullen liefern!

Aufwärtstrend in Gefahr
Der Goldpreis geriet zur Wochenmitte erneut kräftig unter Druck und fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 4.100 US$. In meiner früheren Analyse hatte ich bereits auf die Bedeutung der Unterstützungszone zwischen 3.940 und 3.960 US$ sowie auf eine bevorstehende größere Richtungsbewegung hingewiesen. Nach dem zwischenzeitlichen Höhenflug bis 4.696 US$ ist die damalige Aufwärtsdynamik allerdings längst verflogen. Mit aktuell 4.141,94 US$ kämpft das Edelmetall erneut um seine Aufwärtstrendlinie. Können die Käufer den gestrigen Rückschlag noch ausbügeln?

US-Inflation belastet den Goldpreis

Auslöser des jüngsten Verkaufsdrucks waren die am Mittwoch veröffentlichten US-Verbraucherpreise für September. Die Inflationsrate beschleunigte sich von zuvor 3,4 auf 3,7% und übertraf damit die Erwartungen von 3,6%. Auch die Kerninflation fiel mit +2,6% gegenüber dem Vorjahr höher als prognostiziert aus. Die Finanzmärkte reagierten mit steigenden US-Anleiherenditen und einem festeren US-Dollar, während die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Federal Reserve deutlich zunahm. Für das unverzinste Edelmetall sind dies zunächst ungünstige Voraussetzungen, weshalb der Goldpreis zeitweise bis in den Bereich von 4.080 US$ abrutschte.

Bemerkenswert ist dabei, dass selbst die anhaltenden geopolitischen Spannungen dem Goldpreis zuletzt kaum Unterstützung bieten konnten. Der Ölpreisanstieg im Zuge der Auseinandersetzungen im Nahen Osten verschärft vielmehr die Inflationssorgen und erhöht damit den geldpolitischen Druck auf die US-Notenbank. Allerdings relativierten sich die Zinserhöhungserwartungen im späteren Handelsverlauf wieder etwas, nachdem sich die Anleiherenditen von ihren Tageshochs entfernten. Genau darin liegt nun die Chance für eine technische Erholung. Eine nachhaltige Entspannung dürfte jedoch erst einsetzen, wenn sich auch das Zins- und Dollarumfeld wieder freundlicher für Gold gestaltet.

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Quelle: stock3

Der gestrige Rückschlag hat die charttechnische Ausgangslage nochmals verschärft. Zwar konnte sich Gold im Bereich der Unterstützungen bei 4.104,46 und 4.125,00 US$ stabilisieren, doch die seit Juni bestehende Aufwärtstrendlinie steht inzwischen erheblich unter Druck. Für mein bevorzugtes blaues Szenario müssen die Käufer jetzt zügig zurückkehren und insbesondere den Bereich um 4.155 US$ nachhaltig überwinden. Gelingt diese Rückeroberung, wäre zunächst eine Erholung bis zur fallenden Abwärtstrendlinie denkbar. Erst ein anschließender Ausbruch über 4.243,01 US$ würde das kurzfristige Chartbild deutlich verbessern und weiteres Potenzial bis 4.313,37 beziehungsweise 4.381,65 US$ eröffnen.

Bleibt die notwendige Rückeroberung dagegen aus, dürfte die technische Schwäche rasch wieder in den Vordergrund treten. Ein nachhaltiger Bruch der Unterstützungszone zwischen 4.125 und 4.104,46 US$ würde zunächst einen Rücklauf bis 4.021,27 US$ begünstigen. Darunter wartet mit 3.959,52 bis 3.940,76 US$ eine weitere bedeutende Auffangzone, die bereits während der Sommermonate mehrfach verteidigt wurde. Sollte auch dieser Bereich fallen, wäre die seit Juni bestehende Erholungsstruktur endgültig beschädigt. Die Gefahr einer ausgedehnten Korrektur würde damit nochmals erheblich zunehmen.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Gold. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, Gold – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Fazit

Der Goldpreis steht nach den überraschend hohen US-Inflationsdaten vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Oberhalb von 4.155 US$ sehe ich weiterhin Chancen auf eine Erholung bis 4.243 US$ und darüber hinaus. Bleibt die Rückeroberung allerdings aus, droht eine Fortsetzung der Korrektur bis 4.021 und möglicherweise sogar 3.940 US$. Die Bullen müssen jetzt liefern, andernfalls könnte sich der gestrige Rückschlag als Auftakt einer weiteren Verkaufswelle entpuppen.

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