Credo Technology-Aktie: KI-Spezialist mit großer Zukunft
Spezialist für KI-Verbindungen
Credo Technology entwickelt Hochgeschwindigkeitslösungen für die Datenübertragung in modernen Rechenzentren. Das Unternehmen bietet unter anderem SerDes-Chips, aktive elektrische Kabel und optische Technologien an, die eine schnelle und energieeffiziente Kommunikation zwischen GPUs, Servern und Netzwerken ermöglichen. Damit sitzt Credo an einer wichtigen Schnittstelle des boomenden Marktes für KI-Infrastruktur.
Ein Ausverkauf mit Fragezeichen
Die Aktie verlor nach den letzten Zahlen rund 20 Prozent und fiel zeitweise bis auf etwa 148 US-Dollar. Auslöser war der Rückgang der GAAP-Bruttomarge von 68,2 auf 64,5 Prozent sowie die Aussicht auf eine weitere Belastung im laufenden Quartal.
Doch genau hier liegt die entscheidende Besonderheit: Die bereinigte Bruttomarge blieb mit 68 Prozent praktisch stabil. Der Margenrückgang ist damit zu einem großen Teil auf die Übernahme von DustPhotonics zurückzuführen.
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Die Übernahme belastet nur auf dem Papier
Credo hat DustPhotonics für rund 1,25 Milliarden US-Dollar übernommen. Ein Teil des Kaufpreises wird als erworbene Technologie bilanziert und über mehrere Jahre abgeschrieben.
Diese Abschreibungen erhöhen zwar die Umsatzkosten und drücken die GAAP-Marge, verursachen nach der Übernahme aber keinen entsprechenden laufenden Mittelabfluss. Gleichzeitig wächst der Umsatz weiter, sodass der relative Effekt der Abschreibungen automatisch kleiner wird.
Der aktuelle Margendruck könnte damit weniger ein Zeichen für ein schwächeres Geschäft als vielmehr für die Bilanzierung des jüngsten Zukaufs sein.
KI-Boom trifft auf einen neuen Engpass
Noch interessanter wird die Aktie beim Blick auf den Markt. Der Ausbau riesiger KI-Rechenzentren erzeugt einen enormen Bedarf an Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Dabei entwickelt sich insbesondere die optische Datenübertragung zunehmend zu einem Engpass.
Besonders knapp sind leistungsfähige Laser auf Basis von Indiumphosphid. Gleichzeitig steigt der Bedarf an 1,6-Terabit-Transceivern rasant.
Genau hier besitzt Credo einen technologischen Vorteil und ist langfristig hervorragend positioniert.
Credo braucht weniger vom knappen Rohstoff
Die von DustPhotonics übernommene Technologie setzt bei 1,6-Terabit-Modulen auf eine Architektur mit externen Lasern. Dadurch lässt sich mit derselben Anzahl verfügbarer Laser ein Vielfaches an Modulen herstellen.
Zusätzlich bietet Credo mit seinen aktiven elektrischen Kabeln Lösungen für kurze Verbindungen, die komplett ohne Laser auskommen. Dieser Bereich war zuletzt für mehr als 90 Prozent des Umsatzwachstums verantwortlich.
Damit kann Credo einen Teil der optischen Engpässe umgehen, statt direkt von ihnen ausgebremst zu werden.
Langfristig massive Kurschancen
Bei rund 190 US-Dollar wird Credo mit etwa 36 Milliarden US-Dollar bewertet. Auf Basis der erwarteten Gewinne erscheint die Aktie nicht billig, aber mit Blick auf das zu erwartende Wachstum attraktiv.
Für das im Mai nächsten Jahres beginnenden Fiskaljahr 2028 ergibt sich bei den zugrunde gelegten Annahmen bereits ein Gewinn je Aktie von rund 10,50 US-Dollar; im Geschäftsjahr 2026 waren es gerade mal 2,65. US-Dollar. Gleichzeitig könnte der Umsatz in Richtung eines Milliarden-Dollar-Quartals steigen.
Sollte der Ausbau der KI-Infrastruktur die Nachfrage nach den Lösungen von Credo weiter beschleunigen, könnte sich das aktuelle Bewertungsniveau im Nachhinein als günstig erweisen.
Die Risiken bleiben überschaubar, aber real
Die größte Gefahr liegt in einer Verzögerung des Wachstumsschubs. Auch die hohe Volatilität der Aktie darf nicht unterschätzt werden. Credo reagiert deutlich stärker auf Veränderungen der KI-Investitionserwartungen als viele etablierte Technologiekonzerne.
Entscheidend wird deshalb sein, ob das Unternehmen seine Kapazitäten schnell genug ausbauen und die steigende Nachfrage in Umsatz und Gewinn umsetzen kann.
ℹ️ Credo Technology in Kürze
- Die Credo Technology Group (WKN: A3DDQ5) ist ein 2008 gegründeter Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Konnektivitätslösungen.
- Die Verbindungen von Credo sorgen für optimierte Leistung, Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und Sicherheit in KI-gesteuerten Anwendungen, Cloud Computing und Hyperscale-Netzwerken.
- Credo notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell ca. 36 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die Kursschwäche der letzten Monate eröffnet versierten Anlegern eine hervorragende Einstiegschance. Sollte Credo vom wachsenden Bedarf an KI-Netzwerken und seiner laserarmen Technologie wie erwartet profitieren, dürfte sich die Wachstumsstory über viele Jahre weiter hervorragend entfalten.
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