Cameco-Aktie weiter unter Druck – das Juli-Tief rückt näher
Das Juli-Tief kommt wieder in Reichweite
Anfang September stand Cameco noch oberhalb von 100 US$, seitdem ging es Stück für Stück wieder nach unten. Die kleineren Erholungsversuche zwischendurch haben bislang nicht ausgereicht, um den Abwärtstrend wirklich zu bremsen. Mit dem gestrigen Rückgang auf 90,80 US$ ist die Aktie inzwischen wieder ziemlich nah an den Kursbereich herangerückt, an dem sie Ende Juli aufgefangen wurde.
Damals fiel Cameco intraday bis in den Bereich um 83 bis 84 US$ und drehte anschließend kräftig nach oben. Wenige Wochen später stand die Aktie zeitweise wieder deutlich über 100 US$. Sollte der Verkaufsdruck anhalten, wäre diese Zone deshalb die nächste größere Unterstützung, die im Chart ins Auge fällt.
Vom aktuellen Niveau aus würde ein Rücklauf bis rund 83 US$ noch einmal knapp -9% Abwärtspotenzial bedeuten. Dort könnte dann wieder mehr Kaufinteresse aufkommen, weil die Aktie bereits im Juli deutlich auf diesen Bereich reagiert hat.
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Cameco-Aktie
Rund um Westinghouse tut sich einiges
Von Cameco selbst kam seit den Zahlen Ende Juli keine größere neue Unternehmensmeldung. Die letzten Quartalszahlen waren dabei nicht komplett schlecht, fielen im Vergleich zum Vorjahr aber schwächer aus. Im zweiten Quartal lag der Nettogewinn bei 25 Millionen kanadischen Dollar, das bereinigte EBITDA bei 391 Millionen kanadischen Dollar. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch geringere Beiträge von Westinghouse und niedrigere geplante Uranlieferungen. Die Produktionsprognose für 2026 ließ Cameco trotzdem unverändert.
Mehr Bewegung gibt es derzeit rund um Westinghouse, an dem Cameco 49% hält. Ende Juli hatte Westinghouse bereits vertraulich Unterlagen für einen möglichen Börsengang bei der SEC eingereicht. Wie viele Aktien angeboten werden sollen und zu welcher Bewertung, steht bislang noch nicht fest.
Inzwischen kommt noch eine weitere Entwicklung dazu. Südkorea spricht im Rahmen seines Investitionspakets mit den USA über einen möglichen Anteil von 5 bis 10% an Westinghouse. Gleichzeitig werden Projekte für bis zu acht neue Reaktoren in den USA diskutiert, davon könnten sechs mit der AP1000-Technologie von Westinghouse gebaut werden. Beschlossen ist das noch nicht, für Cameco wäre eine größere Rolle von Westinghouse bei neuen Reaktorprojekten aber grundsätzlich positiv.
Auch beim Uranbrennstoff selbst bleibt das Umfeld unterstützend. Das US-Energieministerium drängt auf einen schnelleren Ausbau der heimischen Urananreicherung, weil mit dem Ausbau der Kernenergie und dem steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren langfristig mehr Brennstoff benötigt wird. Cameco ist über seine 49-%-Beteiligung an Global Laser Enrichment ebenfalls in diesem Bereich engagiert.
Welche drei Uran-Aktien von diesem möglichen langfristigen Versorgungsengpass besonders profitieren könnten, zeigen wir dir nach der Freischaltung.
Diese Aktien könnten profitieren.
Analysten lassen sich vom Rücksetzer bislang nicht abschrecken
Beim Blick auf die Analysten fällt auf, dass die jüngste Kursschwäche bisher kaum zu größeren Abstufungen geführt hat. Jefferies nahm die Coverage Anfang September mit „Buy“ und einem Kursziel von 138 US$ auf. RBC liegt bei 175 US$, während Barclays mit 104 US$ deutlich vorsichtiger ist.
Erst gestern hob Argus sein Kursziel für Cameco auf 106 US$ an. Das liegt zwar nicht so weit über dem aktuellen Kurs wie die Ziele anderer Häuser, zeigt aber ebenfalls, dass die jüngste Korrektur dort noch nicht zu einem grundsätzlich negativeren Blick auf das Unternehmen geführt hat.
ℹ️ Cameco in Kürze
- Cameco (WKN: 882017) ist ein kanadischer Uranproduzent mit Sitz in Saskatoon und zählt zu den größten Anbietern weltweit.
- Schätzungen zufolge betreibt der kanadische Konzern knapp über 18% der weltweiten Abbaukapazitäten.
- Das Unternehmen fördert Uran in Kanada, den USA und Kasachstan und ist zusätzlich über die Beteiligung an Westinghouse im Nuklear-Technologiesektor aktiv.
- Cameco ist an den Börsen in New York und Toronto gelistet und wird aktuell mit rund 39,55 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Bei Cameco bleibt der Chart vorerst klar angeschlagen. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen mehrere Erholungsversuche wieder abgegeben und gestern noch einmal -4% verloren. Damit rückt das Juli-Tief um 83 US$ immer näher. Von aktuell 90,80 US$ wären das noch einmal knapp -9% nach unten. Fundamental sieht es weniger schwach aus, als es der Kurs momentan vermuten lässt. Die Produktionsprognose steht weiterhin, rund um Westinghouse laufen Gespräche über neue Reaktorprojekte und möglicherweise sogar einen Einstieg Südkoreas. Dazu bleibt der strukturelle Ausbau der Kernenergie ein Rückenwind für Cameco. Kurzfristig hilft das dem Chart bislang aber wenig. Solange die Aktie keinen klaren Boden findet, bleibt der Bereich um 83 US$ die nächste größere Zone, an der sich zeigen dürfte, ob die Käufer nach dem jüngsten Abverkauf wieder stärker zurückkommen.