Bitcoin-Kurs nach Börsencrash: Droht wegen der KI-Panik der nächste Absturz?
Ein heftiger Börsencrash hat die Wall Street erschüttert. Nach den US-Zwischenwahlen wachsen die Sorgen um die Zukunft des KI-Booms, während zahlreiche Technologieaktien zweistellig einbrechen. Auch Bitcoin geriet unter Verkaufsdruck, fand bei 75.000 US$ allerdings wieder Käufer. Ist die Angst der Anleger übertrieben?
Börsencrash an der Wall Street – KI-Aktien brechen ein
Die Erleichterung nach den US-Zwischenwahlen hielt nicht lange an. Während die amerikanischen Aktienmärkte am Mittwoch noch zulegen konnten, folgte am Donnerstag ein regelrechter Ausverkauf. Der technologielastige Nasdaq verlor rund -6 %, der S&P 500 rutschte um -4,4 % ab und auch der Dow Jones musste kräftige Verluste hinnehmen.
Noch heftiger traf es Unternehmen, die vom Boom rund um künstliche Intelligenz profitieren. Nvidia verlor -9,3 %, AMD brach um mehr als -17 % ein und bei Sandisk ging es sogar um rund -22 % nach unten. Damit wurden innerhalb weniger Stunden enorme Börsenwerte vernichtet, wobei sich der Verkaufsdruck längst nicht mehr nur auf einzelne Technologieaktien beschränkte.
Ein wichtiger Auslöser waren die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewonnen haben. Anleger befürchten nun, dass strengere Vorschriften und politische Widerstände den Ausbau neuer KI-Rechenzentren erschweren könnten. Vor allem in einigen US-Bundesstaaten wächst die Kritik an den großen Anlagen, die enorme Mengen Strom benötigen und teilweise auch die örtliche Infrastruktur belasten.
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Ist die Sorge um den KI-Boom übertrieben?
Die Sorgen der Anleger sind durchaus nachvollziehbar, schließlich investieren Unternehmen wie Microsoft, Amazon und Google derzeit enorme Summen in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur. Sollten strengere Vorschriften oder längere Genehmigungsverfahren den Bau neuer Rechenzentren verzögern, könnte das auch Unternehmen treffen, die Chips, Speicherlösungen oder andere technische Komponenten liefern.
Allerdings sollte man die politischen Risiken nicht überbewerten. Die KI-Branche spielt inzwischen eine wichtige Rolle für das US-Wirtschaftswachstum, während sich die USA gleichzeitig einen intensiven technologischen Wettbewerb mit China liefern. Auch die Demokraten haben deshalb wirtschaftliche Gründe, den Ausbau der KI-Infrastruktur nicht grundsätzlich auszubremsen. Hinzu kommt, dass Donald Trump als Präsident neue Bundesgesetze mit seinem Veto blockieren könnte, auch wenn strengere Vorgaben einzelner Bundesstaaten weiterhin möglich sind.
Gleichzeitig waren die Zweifel am KI-Boom bereits vor den Wahlen vorhanden. Nach den enormen Kursgewinnen vieler Technologieaktien fragen sich Anleger zunehmend, wann sich die milliardenschweren Investitionen tatsächlich auszahlen werden. Die politische Unsicherheit traf damit auf einen Markt, in dem die Erwartungen ohnehin hoch waren und viele Investoren bereits auf beträchtlichen Gewinnen saßen.
Der heftige Ausverkauf könnte deshalb auch durch Gewinnmitnahmen und den Abbau stark gehebelter Positionen verstärkt worden sein. Wenn zahlreiche Anleger gleichzeitig verkaufen und weitere Positionen automatisch aufgelöst werden, kann sich eine solche Abwärtsbewegung innerhalb kürzester Zeit erheblich beschleunigen.
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Bitcoin fällt auf 75.000 US$ – Käufer halten dagegen
Auch am Kryptomarkt ging der Ausverkauf nicht spurlos vorbei. Bitcoin verlor zwischenzeitlich rund -6 % und fiel bis auf etwa 75.000 US$, zeigte sich damit im Vergleich zu zahlreichen KI-Aktien allerdings widerstandsfähiger.
Dabei verstärkten auch am Kryptomarkt Liquidationen den Verkaufsdruck. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von mehr als 1 Mrd. US$ aufgelöst, wobei vor allem Anleger betroffen waren, die auf steigende Kurse gesetzt hatten. Trotz dieser zusätzlichen Verkäufe konnte sich Bitcoin im Bereich von 75.000 US$ zunächst stabilisieren.
Ein Blick in die Orderbücher zeigt zudem, dass dort weiterhin Kaufinteresse vorhanden ist. Noch größere Kauforders liegen allerdings bei rund 73.000 US$, wo sich eine stärkere Ansammlung von Liquidität befindet. Sollte Bitcoin erneut nachgeben, könnte diese Region deshalb als nächste Unterstützung dienen, auch wenn solche Aufträge jederzeit verändert oder zurückgezogen werden können.
Für den Kryptomarkt wird nun vor allem die weitere Entwicklung an den US-Börsen eine Rolle spielen. Sollten sich die Sorgen um die KI-Branche wieder etwas legen, könnte auch Bitcoin von einer steigenden Risikobereitschaft profitieren. Bleibt die Unsicherheit dagegen hoch, könnten weitere Rücksetzer folgen.
ℹ️ Bitcoin in Kürze
- Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
- Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptografisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
- Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.
- Der aktuelle Preis von Bitcoin liegt bei etwa 76.000 US$ und einer Marktkapitalisierung von rund 1,5 Billionen US$.
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Fazit
Meiner Meinung nach sind die Sorgen rund um den KI-Boom durchaus nachvollziehbar, allerdings halte ich die heftige Reaktion an den Aktienmärkten bislang für übertrieben. Die USA haben ein großes wirtschaftliches Interesse daran, ihre KI-Industrie weiter auszubauen, und ich kann mir kaum vorstellen, dass die Demokraten diesen wichtigen Wachstumsbereich ernsthaft ausbremsen wollen. Dafür ist auch der Wettbewerb mit China inzwischen zu wichtig geworden. Kurzfristig könnte die Unsicherheit dennoch anhalten und für weitere Kursverluste sorgen. Bei Bitcoin sehe ich die Nachfrage im Bereich von 75.000 US$ zunächst positiv, würde die größere Unterstützung bei 73.000 US$ aber weiterhin im Auge behalten.