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Flatexdegiro-Aktie +5%: Ist der Abwärtstrend jetzt gebrochen?

Rückkauf stützt
Redaktion | Börse

Die Aktie von Flatexdegiro legt am Donnerstag rund 5% auf 25,44 € zu und führt damit den MDax an. Vorausgegangen war ein Kurseinbruch von mehr als einem Drittel seit Anfang September. Auslöser der Erholung ist ein neues Aktienrückkaufprogramm. Reicht das aus, um den Abwärtstrend tatsächlich zu beenden?

Der Rückkauf stützt

Der Onlinebroker hat angekündigt, erneut eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Durch einen solchen Rückkauf verringert sich die Zahl der ausstehenden Anteile, womit der Gewinn je Aktie rechnerisch steigt. Entsprechend gilt das Instrument als Mittel zur Kurspflege, und genau so hat der Markt am Donnerstag reagiert.

Der Börsenwert von Flatexdegiro liegt derzeit bei knapp 2,8 Milliarden €. Ein Rückkaufprogramm bindet Liquidität, die dem Unternehmen anderweitig nicht mehr zur Verfügung steht. Für Aktionäre ist das vor allem dann vorteilhaft, wenn das Management die eigene Aktie für unterbewertet hält und das operative Geschäft die Mittel nicht dringender benötigt.

Wachstumssorgen und Führungsstreit

Der Kursverfall kam nicht aus dem Nichts. Seit dem Rekordhoch von etwas mehr als 43 US$ Anfang Februar hat die Aktie um mehr als 40% nachgegeben. Als Gründe gelten Sorgen über die Wachstumsdynamik sowie Streitigkeiten in der Unternehmensführung. Beides betrifft den Kern des Investment-Cases, denn ein Broker lebt von Kundenwachstum und Handelsaktivität, und eine zerstrittene Führungsebene erschwert die verlässliche Umsetzung der Strategie.

Hinzu kommt die Aktionärsstruktur. Größter Anteilseigner ist Firmengründer Bernd Förtsch, der nach Unternehmensangaben zwischen 15 und 20% der Anteile hält. Ein Ankeraktionär dieser Größe kann Stabilität geben, verschafft einzelnen Personen in Konfliktsituationen aber auch erhebliches Gewicht.

Fazit

Wir sehen in dem Rückkauf ein Signal, das kurzfristig stützt, die eigentlichen Belastungsfaktoren jedoch nicht aus der Welt schafft. Entscheidend wird sein, ob Flatexdegiro die Zweifel an der Wachstumsdynamik mit Zahlen entkräften und den Führungsstreit beilegen kann. Bis dahin bleibt die Erholung aus unserer Sicht eine Gegenbewegung innerhalb eines intakten Abwärtstrends. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten und die weitere Entwicklung abzuwarten. Ein Neueinstieg könnte erst dann interessant werden, wenn sich der Kurs oberhalb der jüngsten Abwärtsbewegung stabilisiert und die Führungsfrage geklärt ist.

Quelle: dpa-AFX

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