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Nasdaq 100 -0,8%: Beginnt jetzt die Korrektur bei Chipaktien?

Halbleiter unter Druck
Redaktion | Börse

Die US-Börsen starten uneinheitlich in eine Woche mit Inflationsdaten und Quartalszahlen. Der Nasdaq 100 gab am Montag um 0,8% auf 30.634 Punkte nach, während der Dow Jones Industrial um 0,4% auf 51.873 Punkte zulegte. Damit stellt sich die Frage: Beginnt bei den Chipwerten eine ernsthafte Korrektur, oder handelt es sich nur um Gewinnmitnahmen nach einer starken Phase?

Chipwerte bremsen den Nasdaq

Nach den jüngsten Kursgewinnen trübte sich die Stimmung an der Wall Street zu Wochenbeginn wieder ein. Belastet wurde der technologielastige Nasdaq 100 von anhaltenden Gewinnmitnahmen bei den Aktien der Chiphersteller. Der marktbreite S&P 500 kam mit einem Minus von 0,1% auf 7.803 Punkte vergleichsweise glimpflich davon, nachdem er am Dienstag noch ein Rekordhoch markiert hatte.

Die Differenz zwischen den Indizes zeigt, dass sich die Schwäche auf einen Teil des Marktes konzentriert. Der Dow Jones mit seinem geringeren Technologieanteil legte zu, während die Halbleitertitel abgaben.

Dünner Handel ohne Anleihenmarkt

Wegen des Feiertags "Columbus Day" blieb der Anleihenmarkt geschlossen, entsprechend fehlten dem Aktienmarkt die üblichen Impulse von der Zinsseite. Der Iran erklärte, über Mediatoren weiterhin im Austausch mit den USA zu stehen. Die Ölpreise fielen im frühen Handel zunächst leicht, drehten im Tagesverlauf aber ins Plus.

Das ist für Anleger mehr als eine Randnotiz, denn die Ölpreise hatten zuletzt die Inflation wieder angetrieben. Zur Wochenmitte stehen die US-Inflationszahlen an, die auch für den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Gewicht haben.

Die Banken eröffnen die Berichtssaison

Am Dienstag beginnt die Berichtssaison mit den Zahlen erster Großbanken. Marktanalyst Maximilian Wienke vom Handelshaus Etoro verwies darauf, dass die Anleger bereits vorsichtiger geworden seien und Bank-Aktien seit geraumer Zeit unter Druck stünden. Nach seiner Einschätzung dürfte ein Teil der Risiken damit schon in den Kursen berücksichtigt sein.

Für den Bankensektor geht es damit um die Frage, ob die Quartalszahlen und Prognosen die gedämpften Erwartungen übertreffen. Laut Wienke entscheidet sich daran, ob die Korrektur weitergeht oder der Sektor dreht. Für Finanzwerte bedeutet das kurzfristig erhöhte Kursausschläge in beide Richtungen.

Fazit

Aus unserer Sicht stehen die US-Börsen vor zwei Terminen, die den Ton für die kommenden Wochen setzen dürften: den Inflationsdaten zur Wochenmitte und den ersten Bankbilanzen. Solange die Schwäche auf Halbleiterwerte begrenzt bleibt und der Dow zulegt, sprechen die Kursbewegungen eher für eine Konsolidierung nach einer Rekordphase als für eine Trendwende. Entscheidend wird sein, ob die Teuerung durch die zuletzt wieder anziehenden Ölpreise erneut Fahrt aufnimmt, denn das würde die Zinshoffnungen und damit die Bewertung der Wachstumswerte direkt treffen. Anleger könnten die Entwicklung vorerst von der Seitenlinie aus beobachten und Neuengagements in Technologiewerten bis nach den Inflationszahlen zurückstellen. Bei Bankaktien könnte sich für risikobereite Anleger nach den Zahlen eine Gelegenheit ergeben, sofern die Prognosen der Institute die vorsichtige Haltung des Marktes nicht bestätigen. Das Risiko bleibt, dass enttäuschende Bilanzen und hohe Inflationsdaten zusammenfallen und beide Marktsegmente zugleich belasten.

Quelle: dpa-AFX

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