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Flatexdegiro-Aktie: Sind nach der Abstufung noch 44 € drin?

Analysten mit Zweifeln
Redaktion | Börse

Die Flatexdegiro-Aktie gibt am Montagvormittag im MDax um 1% auf 25,80 € nach, nachdem die Deutsche Bank das Papier herabgestuft hat. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast ein Drittel ihres Werts verloren, während zwei Analystenhäuser mit Kurszielen von 31 € und 44 € weiterhin Luft nach oben sehen. Ist der Rückgang eine Einstiegsgelegenheit oder der Anfang einer längeren Schwächephase?

Die Deutsche Bank bremst

Mengxian Sun von Deutsche Bank Research hat Flatexdegiro von "Buy" auf "Hold" zurückgenommen und das Kursziel von 46 auf 31 € gekappt. Als Begründung führt der Analyst ein nachlassendes Kundenwachstum an. Zudem normalisierten sich die Handelsaktivität der Nutzer und deren Barbestände.

Ein zweiter Punkt wiegt aus unserer Sicht schwerer als die reine Abstufung: Der zunehmende Wettbewerb im Brokergeschäft könnte die Kosten für die Gewinnung neuer Kunden nach oben treiben. Trotz der Herabstufung liegt das neue Kursziel oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Barclays bleibt positiv

Die britische Investmentbank Barclays bestätigt ihre Einstufung "Overweight" bei einem leicht von 45 auf 44 € reduzierten Kursziel. Analystin Grace Dargan verweist darauf, dass Fragen zu Strategie und Kundenwachstum wohl erst mit den Jahreszahlen beantwortet werden dürften. Beim Umsatzplan für 2026 sieht Barclays Spielraum nach oben.

Was die Zahlen entscheiden

Für das Geschäftsmodell sind beide Treiber zentral. Das Neukundengeschäft bestimmt die künftige Basis für Transaktionserlöse, während die Barbestände der Kunden über das Zinsergebnis auf den Gewinn durchschlagen. Schwächen beide Säulen gleichzeitig ab und steigen zugleich die Akquisekosten, drückt das doppelt auf die Marge.

Am Markt hält sich die Aktie bei 25,80 € über dem Zwischentief der Vorwoche. Die kurzzeitige Stabilisierung ist damit beendet, die Abwärtsbewegung setzt sich fort, ohne dass bislang ein neues Verlaufstief erreicht wurde.

Fazit

Die Spanne zwischen den beiden Kurszielen zeigt, wie unterschiedlich die Perspektiven für Flatexdegiro derzeit beurteilt werden, und genau darin liegt das Problem für Anleger. Entscheidend dürfte sein, ob die Jahreszahlen belegen, dass das Kundenwachstum nur eine Verschnaufpause einlegt oder strukturell nachlässt. Der Kursverlust seit Jahresbeginn preist bereits einiges an Skepsis ein, doch solange die operative Bestätigung fehlt, fällt ein Einstieg schwer zu begründen. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange das Zwischentief der Vorwoche verteidigt wird. Neueinsteiger könnten die Entwicklung bis zur Vorlage der Jahreszahlen von der Seitenlinie aus beobachten, da ein weiter steigender Wettbewerbsdruck die Margen zusätzlich belasten könnte.

Quelle: dpa-AFX

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