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In der Kursschwäche: Diese 2 Dividenden-Aktien könnten sich jetzt lohnen

Steigende vs. monatliche Ausschüttung
Redaktion
Wer sein Depot über Jahrzehnte aufbauen möchte, sollte bei Dividendenaktien nicht allein auf eine möglichst hohe aktuelle Ausschüttungsrendite achten. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Unternehmen seine Dividende langfristig zuverlässig zahlen und im besten Fall kontinuierlich steigern kann. NextEra Energy und Realty Income verfolgen dabei zwei unterschiedliche Ansätze: Während NextEra auf Dividendenwachstum und steigenden Energiebedarf setzt, bietet Realty Income vor allem laufende Einnahmen durch monatliche Ausschüttungen.

NextEra Energy-Aktie

NextEra Energy verbindet die vergleichsweise stabile Geschäftsbasis eines großen regulierten Versorgers mit dem Wachstumspotenzial erneuerbarer Energien. Zum Konzern gehört unter anderem Florida Power & Light, das rund 12 Millionen Menschen mit Strom versorgt und damit als größter US-amerikanischer Stromversorger gilt. Darüber hinaus besitzt NextEra mit NextEra Energy Resources einen bedeutenden Entwickler und Betreiber von Wind- und Solarprojekten sowie Batteriespeichern.

Im zweiten Quartal erweiterte das Unternehmen seine Pipeline um 3,6 Gigawatt an Projekten aus den Bereichen erneuerbare Energien und Batteriespeicherung. Damit belief sich der Auftragsbestand auf rund 35,1 Gigawatt. Gleichzeitig steigt der Strombedarf in den USA, unter anderem durch den Ausbau von Rechenzentren, künstlicher Intelligenz, industrieller Produktion und der allgemeinen Elektrifizierung. Für NextEra eröffnet diese Entwicklung zusätzliche Möglichkeiten, von der wachsenden Nachfrage nach Strom und Erzeugungskapazitäten zu profitieren.

Auch beim Gewinn strebt das Management langfristiges Wachstum an. Demnach soll der bereinigte Gewinn je Aktie bis 2032 jährlich um mindestens 8 Prozent zulegen. Für die Jahre 2032 bis 2035 wird ebenfalls ein jährliches Wachstum von 8 Prozent angestrebt.

Die Dividende wurde in diesem Jahr um 10 Prozent auf 0,6232 US-Dollar je Quartal beziehungsweise rund 2,49 US-Dollar pro Jahr angehoben. Für den Zeitraum vom Jahresende 2026 bis 2028 erwartet das Management ein jährliches Dividendenwachstum von etwa 6 Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 3,2 Prozent und ist damit nicht außergewöhnlich hoch. Für langfristig orientierte Anleger kann jedoch die Kombination aus Gewinnwachstum und steigenden Ausschüttungen interessant sein. Bleibt die Entwicklung über viele Jahre bestehen, könnte die persönliche Dividendenrendite auf den ursprünglichen Kaufpreis im Laufe der Zeit deutlich steigen.

Realty Income-Aktie

Realty Income verfolgt einen anderen Ansatz. Der als Real Estate Investment Trust (REIT) strukturierte Konzern bietet derzeit eine Dividendenrendite von gut 5,8 Prozent und schüttet seine Dividende monatlich aus. Das Unternehmen besitzt Tausende Immobilien, die langfristig an Unternehmen vermietet werden. Die Mieter übernehmen dabei häufig einen Großteil der laufenden Kosten wie Steuern, Instandhaltung und Versicherungen. Dadurch entsteht für Realty Income ein vergleichsweise gut planbarer Strom an Mieteinnahmen.

Die monatliche Dividendenzahlung gehört seit dem Börsengang zum Geschäftsmodell des Unternehmens. Gleichzeitig wurde die Ausschüttung über die Jahre kontinuierlich erhöht. Die annualisierte Dividende ist von 0,90 US-Dollar je Aktie im Jahr 1994 auf inzwischen rund 3,26 US-Dollar gestiegen und hat sich damit mehr als verdreifacht.

Auch operativ setzt Realty Income seinen Wachstumskurs fort. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen bereinigten Funds from Operations (AFFO) von mehr als 4 US-Dollar je Aktie. Diese Kennzahl gilt bei REITs als besonders relevant, weil der klassische Nettogewinn durch nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf Immobilien verzerrt werden kann.

Darüber hinaus hat Realty Income sein Geschäft über das traditionelle US-Einzelhandelsportfolio hinaus ausgeweitet. Das Unternehmen ist inzwischen auch in Europa aktiv und investiert in zusätzliche Immobiliensegmente. Dadurch vergrößert sich das Spektrum potenzieller Investitionen.

Allerdings ist auch das Geschäftsmodell mit Risiken verbunden. Steigende Zinsen können die Finanzierungskosten erhöhen und Immobilienakquisitionen weniger attraktiv machen. Eine schwächere Konjunktur kann zudem finanziell weniger solide Mieter unter Druck setzen. Realty Income hat allerdings bereits mehrere wirtschaftlich schwierige Phasen durchlaufen – darunter Rezessionen, die globale Finanzkrise, die Pandemie und verschiedene Zinszyklen – und seine monatlichen Dividendenzahlungen fortgesetzt.

Zwei unterschiedliche Wege zu langfristigen Dividendeneinnahmen

NextEra Energy und Realty Income stehen für zwei unterschiedliche Formen des langfristigen Dividendeninvestments. NextEra kombiniert einen regulierten Stromversorger mit Investitionen in erneuerbare Energien, Batteriespeicher und weitere Wachstumsbereiche. Das Unternehmen setzt dabei auf steigenden Strombedarf und ein vergleichsweise dynamisches Dividendenwachstum.

Realty Income bietet dagegen eine deutlich höhere laufende Ausschüttung und zahlt seine Dividende monatlich. Die Einnahmen basieren auf einem breit diversifizierten Immobilienportfolio und langfristigen Mietverträgen. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, durch zusätzliche Investitionen in neue Regionen und Immobilienarten weiter zu wachsen.

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Redaktion

Fazit

Beide Unternehmen verfolgen unterschiedliche Strategien, um langfristig steigende Dividendeneinnahmen zu ermöglichen. NextEra Energy setzt stärker auf Gewinn- und Dividendenwachstum in Verbindung mit dem wachsenden Strombedarf und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Realty Income bietet dagegen eine höhere laufende Ausschüttung und regelmäßige monatliche Zahlungen.

Für langfristig orientierte Anleger kommt es vor allem darauf an, welches Verhältnis aus aktuellem Einkommen, künftigem Dividendenwachstum und den jeweiligen Geschäftsrisiken besser zur eigenen Anlagestrategie passt. Die aktuelle Kursschwäche der Unternehmen bietet jedenfalls eine grundsätzlich gute Ausgangsbasis für ein Engagement.

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