Salesforce-Aktie scheitert am Ausbruch – kommt das offene Gap wieder ins Spiel?
Bei Salesforce ging es gestern wieder nach oben, nachdem die Aktie in den Tagen zuvor einiges von ihrer Erholung abgegeben hatte. Der größere Blick auf den Chart bleibt trotzdem etwas durchwachsen. Die Bewegung nach den starken Quartalszahlen führte den Kurs bis auf rund 267 US$, doch ausgerechnet dort kamen erneut Verkäufer rein. Diese Region hatte Salesforce bereits im Januar ausgebremst, bevor die Aktie anschließend deutlich nach unten lief.
Der alte Widerstand bremst Salesforce erneut aus
Vom Tief im Juli hatte Salesforce zwischenzeitlich eine ziemlich ordentliche Erholung hingelegt. Nach den Zahlen Ende August kam noch einmal deutlich mehr Schwung rein und der Kurs arbeitete sich bis in den Bereich um 267 US$ nach oben. Mehr war vorerst aber nicht drin. Seit dem Hoch hat die Aktie bereits wieder einen Teil der Bewegung abgegeben und notiert aktuell bei rund 238 US$.
Der Blick zurück auf den Jahresanfang macht die Zone um 267 US$ zusätzlich relevant. Schon im Januar kam Salesforce dort nicht nachhaltig weiter und drehte anschließend deutlich nach unten. Das bedeutet natürlich nicht, dass sich die damalige Bewegung nun eins zu eins wiederholen muss. Trotzdem zeigt der erneute Abpraller recht deutlich, dass in diesem Bereich weiterhin viele Verkäufer sitzen und die Aktie für einen größeren Ausbruch erst einmal darüber kommen müsste.
Sollte der Rücksetzer noch etwas weitergehen, rückt außerdem die Kurslücke nach den Quartalszahlen wieder näher. Salesforce war damals mit einem deutlichen Sprung nach oben gestartet und hat dadurch im Chart einen Bereich hinterlassen, in dem kaum gehandelt wurde. Dieses offene Gap reicht bis knapp 211 US$.
Solche Kurslücken werden später häufig noch einmal angelaufen oder zumindest teilweise geschlossen. Dahinter steckt aber keine feste Regel und schon gar keine Garantie, dass Salesforce tatsächlich bis 211 US$ zurückfallen muss. Nach dem erneuten Scheitern an 267 US$ liegt dort allerdings eine mögliche Anlaufstelle, falls die Verkäufer noch einmal stärker die Kontrolle übernehmen. Vom aktuellen Kurs aus wären das noch einmal rund -11% nach unten.
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Salesforce-Aktie
Analysten trauen der Aktie trotzdem deutlich mehr zu
Dass Salesforce Ende August überhaupt so kräftig nach oben gesprungen ist, lag an einem starken Zahlenwerk. Der Umsatz stieg im zweiten Geschäftsquartal um 11% auf 11,3 Milliarden US$, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit 5,90 US$ mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahr. Auch die kurzfristig noch ausstehenden Vertragsumsätze legten um 14% zu. Salesforce hob daraufhin die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 46,1 bis 46,4 Milliarden US$ an.
Beim KI Geschäft kommt ebenfalls deutlich mehr Volumen zusammen. Agentforce und Data 360 erreichten zusammen einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von knapp 3,9 Milliarden US$ und lagen damit mehr als 210 % über dem Vorjahr. Allein Agentforce kam auf mehr als 1,5 Milliarden US$. Damit liefert Salesforce inzwischen zumindest erste Zahlen dafür, dass die hohen Investitionen rund um KI nicht nur für neue Produkte sorgen, sondern zunehmend auch Umsatz bringen.
Nach der Dreamforce Mitte September zogen zudem mehrere Analysten ihre Kursziele nach oben. Stifel, Guggenheim und Canaccord sehen Salesforce jeweils bei 300 US$, BMO hob auf 285 US$ an und Mizuho auf 280 US$. Needham liegt mit 400 US$ sogar noch deutlich darüber. Gleichzeitig gab es auch vorsichtigere Stimmen wie RBC mit 250 US$ oder Wells Fargo ebenfalls mit 250 US$.
Salesforce selbst hält außerdem an seinem langfristigen Wachstumsplan fest und peilt für das Geschäftsjahr 2030 einen Umsatz von mehr als 63 Milliarden US$ an. Auf der Dreamforce wurde vor allem deutlich, dass Agentforce, Slack und die Datenplattform künftig stärker miteinander verzahnt werden sollen.
ℹ️ Salesforce in Kürze
- Salesforce (WKN: A0B87V) mit Sitz in San Francisco ist der weltweit führende Anbieter von Customer Relationship Management Software-Lösungen (Unternehmenssoftware für das Management von Kundenbeziehungen).
- Der Konzern bietet Unternehmen jeder Größe Cloud-basierte Lösungen in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb.
- Der im Dow Jones gelistete Software-Konzern ist an der Börse ca. 195,53 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Der gestrige Anstieg zeigt, dass nach dem Rücksetzer durchaus noch Käufer da sind. Für eine wirkliche Fortsetzung der Erholung reicht ein einzelner positiver Handelstag aber noch nicht aus, nachdem Salesforce zuvor erneut an derselben Region gescheitert ist, die bereits zu Jahresbeginn Probleme gemacht hatte. Fundamental sieht das Bild deutlich besser aus als noch vor einigen Monaten. Umsatz und Vertragsbestand wachsen, Agentforce bringt zunehmend messbare Erlöse und mehrere Analysten haben ihre Kursziele zuletzt angehoben. Im Chart fehlt allerdings noch der Schritt über den alten Widerstand. Erst wenn dieser Bereich irgendwann sauber überwunden wird, wäre die Erholung auch nach oben wieder deutlich freier.