Rheinmetall-Aktie: Reicht der Schwung für die nächste Erholung?
Analysten sehen deutlich mehr Luft
Rheinmetall hat in den vergangenen Wochen weitere Aufträge eingesammelt. Mitte September bestellte ein internationaler Kunde eine fünfstellige Zahl an 155-mm-Artilleriegeschossen. Das Volumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, ausgeliefert werden soll 2027. Bis 2030 will Rheinmetall die jährliche Produktion solcher Geschosse auf rund 1,5 Millionen Stück hochfahren.
Auch das US-Geschäft wird weiter ausgebaut. American Rheinmetall liefert zwölf autonome Mission-Master-SP-Fahrzeuge an das U.S. Marine Corps. Anfang September wurde zudem der erste von acht Lynx-XM30-Prototypen an die U.S. Army übergeben. Dahinter steht ein Entwicklungsvertrag im Wert von rund 764 Millionen US$.
Bei den Analysten bleibt der Blick trotz der starken Korrektur der vergangenen Monate ziemlich positiv. Bernstein Research bestätigte erst vor wenigen Tagen „Outperform“ mit einem Kursziel von 1.900 €. Analyst Adrien Rabier rechnet damit, dass Europas Verteidigungsausgaben 2026 auf rund 730 Milliarden US$ steigen und damit etwa 20% über dem Vorjahr liegen. Für europäische Rüstungskonzerne sieht er sogar mehr Wachstumspotenzial, weil ein größerer Teil der Budgets in Ausrüstung fließen dürfte.
Goldman Sachs liegt noch höher und hält an „Buy“ mit einem Kursziel von 2.300 € fest. Die Analysten hatten nach den Halbjahreszahlen unter anderem die starke operative Entwicklung hervorgehoben. Damit liegt zwischen dem aktuellen Kurs um 1.020 € und vielen Analystenzielen weiterhin ein großer Abstand.
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Wie weit trägt die Gegenbewegung?
Rund um 990 € ist zuletzt wieder deutlich mehr Kaufinteresse aufgekommen, wodurch sich Rheinmetall bis über 1.020 € erholen konnte. Bleibt dieser Bereich stabil, wäre auf der Oberseite wieder Platz in Richtung 1.200 €. Dort wartet allerdings eine Zone, die der Aktie schon mehrfach Probleme gemacht hat.
Im Volumenprofil liegt rund um 1.200 € der Point of Control, also der Bereich, in dem im betrachteten Zeitraum am meisten gehandelt wurde. Gleichzeitig kam dort in der Vergangenheit immer wieder Verkaufsdruck rein. Läuft Rheinmetall erneut in diese Region, dürfte sich deshalb zeigen, ob die Käufer genug Kraft haben, um diesen Widerstand diesmal wirklich aus dem Weg zu räumen.
Nach unten sollte der Bereich um 950 € möglichst halten. Fällt die Aktie wieder darunter, wäre ein Rücklauf in Richtung 900 € durchaus möglich. Dort liegt das markante Tief aus dem Juni. Sollte Rheinmetall diese Zone ein zweites Mal anlaufen und dort erneut nach oben drehen, könnte sich daraus ein Doppelboden entwickeln.
Damit liegt die Aktie gerade zwischen zwei recht klaren Marken. Oberhalb wartet mit 1.200 € der nächste größere Widerstand, nach unten bleibt die Zone um 900 € der Bereich, an dem sich im Fall eines stärkeren Rücksetzers noch einmal viel entscheiden könnte.

Rheinmetall-Aktie
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und Euro Stoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 46,25 Milliarden €.
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Fazit
Nach der langen Korrektur zeigt Rheinmetall erstmals wieder etwas mehr Stärke. Rund um 990 € kamen Käufer zurück und die Aktie konnte sich trotz eines schwächeren Gesamtmarktes um rund +3,4% erholen. Von Unternehmensseite kommen weiterhin Aufträge rein und auch die Analysten halten an hohen Kurszielen fest. Bernstein sieht 1.900 €, Goldman Sachs sogar 2.300 €. Gleichzeitig bleibt der Weg nach oben im Chart noch ein gutes Stück Arbeit. Rund um 1.200 € wartet der nächste größere Widerstand. Läuft die Erholung weiter, wäre ein erneuter Test dieser Zone möglich. Fällt Rheinmetall dagegen unter 950 €, könnte das Juni-Tief um 900 € wieder näher rücken. Dort hätte die Aktie noch einmal die Chance, einen möglichen Doppelboden auszubilden.