Rohstoffe: Von der Leyen fordert jetzt Aufbau von Reserven
Die EU ist bei kritischen Rohstoffen in einem Ausmaß von China abhängig, das man kaum für möglich halten würde. Mehr als 80 Prozent der benötigten Mengen kommen aus einem einzigen Land, bei bestimmten seltenen Erden sind es sogar 90 Prozent. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das heute in Straßburg in ihrer Rede zur Lage der Union klar benannt. Ihre Antwort darauf ist eine neue Europäische Gesellschaft für kritische Rohstoffe.
Zukaufen und Reserven anlegen
"Wir müssen dringend zukaufen und Reserven anlegen. Das kann kein Land allein schaffen", sagte von der Leyen. Der Bedarf ist riesig. Lithium, Kobalt, seltene Erden für Chips, Batterien, E-Autos, Clean-Tech und Verteidigung. Die Veredelung dieser Metalle liegt heute zu großen Teilen in chinesischer Hand, und daran hängt nicht nur die europäische Industrie, sondern auch die sicherheitspolitische Unabhängigkeit des Kontinents.
Was das für Aktien bedeutet
Unternehmen, die Lithium oder Kobalt außerhalb Chinas fördern oder verarbeiten, dürften von einer europäischen Einkaufsgesellschaft profitieren. Vor diesem Hintergrund könnten Aktien wie die des Lithiumproduzenten Albemarle oder europäischer Bergbaukonzerne stärker in den Fokus rücken. Ob Brüssel am Ende wirklich liefert, bleibt abzuwarten. Das politische Signal ist aber gesetzt, und Märkte handeln Erwartungen.
Quelle: dpa-AFX
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