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Polina Dmitrovskaya

Redakteurin
Am Ende geht´s nicht darum, wie oft man richtig lag, sondern wie stark die Gewinne die Verluste überwiegen.
 

Alles begann im Kundengeschäft einer Bank. Als Bänkerin sah sie Tag für Tag hochverschuldete sowie wohlhabende Menschen und auch vieles dazwischen. Dabei stellte sie fest, dass ein hohes Einkommen nicht automatisch Wohlstand bedeutet. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall: Vielen Menschen fällt das Geldmanagement schwer, da sie es nie gelernt haben.

Das war einer der Gründe, weshalb ihr das Handeln an der Börse von Beginn an Freude bereitete. Es lehrte sie, Geld klug und rational zu verwalten, ohne eine zu starke emotionale Bindung daran aufzubauen – und das, ohne hunderte Bücher wälzen oder eine Masterclass besuchen zu müssen.

Obwohl sie zahlreiche Bücher von Autoren wie André Kostolany las, empfand sie diese oft als zu theoretisch. Bis heute erinnert sie sich an nur ein Buch, das ihr die nackte Wahrheit präsentierte und sie auf die nächste Stufe als Investorin hob: „Erinnerungen eines Börsenspekulanten“ von Edwin Lefèvre. Das Werk beschreibt psychologische Muster wie Angst, Gier und Geduld sowie typische Fehler von Tradern, ohne dabei moralisch zu bewerten, was richtig oder falsch ist. Seit dieser Lektüre hat sie keine Scheu mehr vor Verlusten und konzentriert sich stattdessen schlicht auf die Bilanz am Monatsende.

Einzelaktien bilden den Schwerpunkt ihres Portfolios. Ihre Strategie der Diversifikation umfasst jedoch auch Rohstoffe, Kryptowährungen und ETFs; sogar ein aktiver Fonds befindet sich in ihrem Besitz.

Bei ihren Entscheidungen stützt sie sich überwiegend auf die Fundamentalanalyse von Unternehmen, nutzt jedoch gelegentlich kurzfristige Aufwärtstrends, die sich aus charttechnischen Beobachtungen ergeben. Ihrer Ansicht nach gibt es an der Börse nicht die eine Wahrheit – belohnt wird letztlich derjenige, der rational genug handelt.