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Repackagings an den Finanzmärkten – einfach erklärt

Im Bereich strukturierter Finanzprodukte haben sogenannte „Repackagings“ in den letzten zwanzig Jahren für Aufsehen gesorgt. Bis heute sind sie eine attraktive Portfolio-Ergänzung für institutionelle Investoren und Kleinanleger gleichermaßen kaufbar. Was sich hinter diesem Konstrukt verbirgt, worin seine Stärken zu finden sind und mögliche Risiken liegen, ist Thema des heutigen Wissensbeitrags.

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Repackaging: Definition

Übersetzt man das Wort Repackaging aus dem Englischen, trifft die Formulierung „Umverpackung“ es am genauesten. Worum geht es? Für Forderungen wird eine neue, attraktivere Hülle gesucht, die die Handelbarkeit am Kapitalmarkt erhöht. Bei der Hülle handelt es sich um Anleihen. Inhalt der neuen Verpackung können Aktien-, Anleihe- und Kreditportfolios sein.

Die große Unbekannte

Für Investoren in Repackagings gibt es eine große Unbekannte: die Forderungen selbst. Denn die Realisierung und der Ertrag dieser synthetischen Anleihe hängt ausschließlilch davon ab, ob die Forderungen beglichen werden können. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Um dieser Ungewissheit entgegenzusteuern, werden höhere Verzinsungen, kürzere Laufzeiten und Sonderkündigungsrechte in der Struktur von Repackagings berücksichtigt.

Der Emittent als Vermittler

Bei Repackagings tritt der Emittent als Bote auf, um die Anleihe auf den Markt zu bringen. Dazu werden Zweckgesellschaften gegründet, sogenannte „Special Purpose Vehicles“ (SPV). Diese Gesellschaften verfügen in der Regel über kein nennenswertes Eigenkapital. Ihre einzige und klar definierte Aufgabe besteht darin, die Zahlungsströme von den Schuldnern an die Anleihe-Gläubiger weiterzuleiten.

Ein Blick in die Vergangenheit

Sucht man nach den Anfängen der Repackings, stößt man auf die beiden Londoner Bänker Nicholas Sossidis und Stephen Partridge-Hicks. Die beiden gründeten 1988 und 1989 die Zweckgesellschaften Alpha und Beta Finance Corp. für die New Yorker Großbank Citigroup. Beide Gesellschaften hatten das Ziel, den Besitz risikobehafteter Papiere zu diversifizieren und dadurch abzusichern.

Der lange Schatten

In den folgenden Jahren blieb die Gründung neuer Zweckgesellschaft mit denen Repackagings verkauft wurden, klein. Ein explosionsartiger Anstieg zeichnete sich in den frühen 2000er Jahren ab, als Repackagings intensiv genutzt wurden, um faule Wohnungsbaukredite zu tarnen. Die Folgen sind bestens bekannt: 2007 platzte die amerikanische Immobilienblase und löste einen zweijährigen Bärenmarkt aus. In Deutschland und den USA brachte eine Reihe namhafter Kreditinstitute in eine Schieflage, aus der nur noch der Staat sie befreien konnte.

Licht am Ende des Tunnels

Der lange Schatten der Vergangenheit haftet Repackagings bis heute an. Nichtsdestotrotz bieten sie – wie jedes Finanzprodukt – auch Vorteile. Verbriefte Forderungen, bei denen das Ausfallrisiko sehr gering ist, können für alle Marktteilnehmer sichtbar gemacht werden, die es vorher nicht waren. Die kurzen Laufzeiten von mehreren Monaten bieten die Chance, schnell ein- und auszusteigen. Nicht zuletzt sind die erzielbaren Erträge im Durchschnitt höher als bei einer konventionellen Anleihe.

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