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/ 01.09.14 / 12:25

FDA approved: Auf der Suche nach dem schnellen Geld

fda_approvedAlle Wege führen nach Rom - das wusste schon Adalbert Seipolt zu berichten. Aber nicht alle Wege führen zum schnellen Geld. Gerade jetzt, wo die Leitindizes nahe ihrer alten Höchststände notieren, obwohl der Krieg nur unweit unseres eigenen zu Hauses wütet. Eigentlich sprechen wir nicht nur von einem Krieg, sondern von drei bis vier Kriegen. Gibt es ein Allheilmittel an der Börse, das das Potenzial einer Vervielfachung bietet, auch wenn die Wirtschaft stagniert und die Leitindizes dann irgendwann mal sinken? Ja, dieses Allheilmittel gibt es. Fast sprichwörtlich sogar. Die Rede ist von der Biotech-Branche, die gerade eine Renaissance erlebt. Die amerikanische Food and Drug Administration, FDA, hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bereits 30 völlig neue Wirkstoffe zugelassen. Das sind mehr als im gesamten Vorjahr. Die Marktexperten von Evaluate Pharma schätzen, dass die Zahl der neu zugelassenen Medikamente bis zum Ende des Jahres um die 50 liegen dürfte. Das wäre der höchste Wert seit Mitte der 90er Jahre.

Diese neu gewonnene Innovationskraft, bei gleichbleibenden Kosten für Forschung und Entwicklung, belebt sowohl die Biotech- als auch die Pharmabranche. Grund genug sich einmal die Unternehmen anzusehen, bei denen noch in diesem Jahr eine wichtige Genehmigung (oder auch nicht) der FDA ansteht. Dabei habe ich mich auf die Unternehmen der vier Börsensegmente Nasdaq CM, Nasdaq GM, Nasdaq GS und NYSE beschränkt und Pinksheets als auch am Bulletin Board notierte Unternehmen außen vor gelassen.

109 Unternehmen der besagten vier Börsensegmente melden bis zum Jahresende, ob ihre Innovationen – seien es medizinische Geräte oder neue Medikamente – bei der FDA die nächste Hürde nehmen konnten. Dabei gibt es drei Phasen, die zur Erlangung der Marktreife überwunden werden müssen. Je höher die Phase, je wertvoller das Medikament. Wenngleich nicht jedes Unternehmen nach Blockbustern sucht, also Wirkstoffen, denen man einen jährlichen Umsatz im Milliardenbereich zutraut.

109 Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 48 Millionen und 10 Milliarden US-Dollar

Im ersten Schritt habe ich die Auswahl dann ein wenig verkleinert und die Unternehmen, die einen Börsenwert von mehr als 250 Millionen US-Dollar haben, rausgestrichen. Warum? Weil ich nach einem möglichen Verzehnfacher suche und sich bereits etablierte Unternehmen mit einem zu hohen Börsenwert eben schwerer verzehnfachen als die kleineren Unternehmen. Dann waren es nur noch 31 Unternehmen.

Im zweiten Schritt sind die Unternehmen rausgefallen, deren PDUFA-Tag, also der Tag, bis zu dem sich die FDA dazu verpflichtet hat eine Antwort auf die eingereichten Studienergebnisse zu geben, später als September 2014 ist. Ich will ja auch eine schnelle Entwicklung an der Börse sehen. Dann waren es nur noch 11 Unternehmen.

Im dritten Schritt habe ich geschaut, welche der verbleibenden Unternehmen auch in Deutschland notiert sind. Ich wollte die Orderkosten niedrig halten und habe auch an die Leser gedacht, die mitunter nicht an ausländischen Börsen handeln können oder wollen. Die DIBA beispielsweise verfolgt da eine sehr konservative Einstellung und bietet nur einheimische Börsenplätze an. Hoffentlich ändert sich das in der Zukunft. Dann gab es nur noch 8 Unternehmen.

Diese Unternehmen habe ich mir dann genau angesehen. Sowohl technisch, sprich hinsichtlich des Chartverlaufs, als auch fundamental: Wieviel Geld haben die Unternehmen auf dem Konto, was ist die Burnrate und gibt es schon Umsätze? Darüber hinaus habe ich mir die Produktpipeline angesehen und analysiert, ob die Produktkandidaten in meinen Augen ansprechend sind. Medizinische Geräte finde ich weniger spannend als Medikamente. Krebs ist weiter verbreitet als das Gaucher-Syndrom. Last but not least habe ich die Unternehmenswebsites nach allem Wissenswerten durchforste, um zu erfahren, ob die Unternehmen bereits Kooperationen mit den großen Pharmakonzernen haben.

Auch in der Biotech-Branche gibt es viel Liebhaberei. Wenn also ein Unternehmen einen Produktkandidaten bis in die Phase III der FDA gebracht hat, es bald sogar eine Entscheidung über die Marktzulassung gibt, aber noch kein Partner an die Tür geklopft hat, um das Produkt gemeinsam in den Markt zu bringen, dann weil das Produkt keiner braucht.

Eines ist dabei klar: Pharmakonzerne wie Merck, Roche & Co. haben tiefe Taschen und es ist noch kaum einem Biotech gelungen, mit einem selbst entwickeltes Medikament Milliarden-Umsätze zu generieren. Das geht einfach nicht. Dazu fehlt den zumeist kleinen Biotech-Unternehmen auch die Struktur.

Nach all meinen Filtern und meiner Analyse gab es am Ende einen klaren Sieger: Threshold Pharmaceuticals Inc. mit der ISIN US8858072064.

Das auf Krebsmittel spezialisierte Unternehmen hatte am vergangenen Freitag, den 29. August, bei einem Kurs von 4,16 US-Dollar einen Börsenwert von 246,96 Millionen US-Dollar. Neben der Heimatbörse Nasdaq CM werden die Aktien auch in Berlin und Frankfurt gehandelt. Wenngleich das Handelsvolumen an der Heimatbörse deutlich höher ist und bei knapp 360.000 gehandelten Aktien pro Tag liegt.

Mehr als 30 Prozent des Börsenwerts sind per Stand 30. Juni 2014 mit Cash gesichert, denn das Unternehmen hatte zum 30. Juni 2014 noch 75,2 Millionen US-Dollar in der Kasse. Der Verlust hielt sich in den vergangenen drei Monaten mit 0,8 Millionen US-Dollar sehr in Grenzen und erste Umsätze werden ebenfalls schon generiert: 3,7 Millionen US-Dollar waren das im zweiten Quartal des laufenden Jahres.

Wer auf die sehr informative Website www.thresholdpharm.com geht, der sieht eine mit 11 Wirkstoffen prall gefüllte Pipeline. Zwei Indikationen des potenziellen Blockbusters TH-302, TH-CR-406 und MAESTRO, sind bereits in der Phase III der klinischen Tests angekommen. Achja, und einen großen Partner gibt es auch: die Darmstädter Merck KGaA, ein DAX 30 Unternehmen, mit einem Börsenwert von mehr als 8,5 Milliarden Euro.

Der wichtige Termin, der der Aktie neue Flügel verleihen könnte, ist der 30. September. Da gibt es die ersten Zwischenergebnisse für die Phase III von TH-302 in der Indikation Weichgewebe-Sarkome.

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