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/ 09.10.19 / 11:29

Deutz: Durch Übernahme endlich fit für die Zukunft?

Eine Berg- und Talfahrt war das Jahr 2019 bisher für die Anteilseigner des Kölner Motorenbauers Deutz (WKN: 630500). Die Aktie startete um die fünf Euro ins Jahr, stieg dann zwischenzeitlich bis auf rund 9 Euro an und steht heute wieder in etwa dort, wo sie das Jahr begonnen hatte. Aus charttechnischer Sicht gab es hier eine sogenannte Doppeltopp-Formation, die fallende Kurse zur Folge hat. Eigentlich lag das rein charttechnische ermittelbare Kursziel der Aktie jedoch einen Tick höher, nämlich um 5,50 Euro. Daher stellt sich die Frage wie es nun mit der Aktie weiter geht.

Heute früh nun gab es, erstmals seit längerer Zeit, wieder gute Nachrichten von Deutz. So haben sich die Kölner mit dem Zukauf der Futavis GmbH verstärkt. Bei Futavis handelt es sich um einen Entwicklungs-Dienstleister von Batteriemanagement-Hard- und Software, der auf seinem Gebiet über eine langjährige Erfahrung mit namhaften Kunden verfügt. Mit diesen Batteriemanagementsystemen im Hochvoltbereich ergänzt das Unternehmen, laut Aussage des Vorstands, seine E-Deutz-Strategie.

In der Tat muss das Management Deutz derzeit neu erfinden. Denn groß wurden die Kölner als Motorenbauer, der sich auf die Entwicklung und den Bau von Dieselmotoren spezialisiert hat. Diese stehen jedoch derzeit von allen Seiten unter Druck und somit mittelfristig vor dem Aus. So war es für Deutz bereits ein harter Schlag, dass Großaktionär und Großkunde Volvo vor einiger Zeit den Ausstieg verkündete. So positiv die Übernahme daher zu werten ist, so wenig kann man diese allein schon als Befreiungsschlag werten.

Übernahme von Futavis ist noch längst nicht genug

Denn Futavis strebt im laufenden Jahr 2019 mit seinen rund 30 Mitarbeitern gerade mal einen Jahresumsatz von gut fünf Millionen Euro an. Deutz selbst dagegen konnte seinen Jahresumsatz von 2017 auf 2018 um mehr als +20% auf knapp 1,78 Mrd. Euro steigern. Im laufenden Geschäftsjahr 2019e möchte das Management den Jahresumsatz zudem auf über 1,8 Mrd. Euro steigern, auch wenn man zuletzt die Gewinnprognosen aufgrund der Insolvenz eines wichtigen Kunden kappen musste.

Insofern fällt die Übernahme im gesamten Konzern noch nicht wirklich ins Gewicht. Trotzdem werten die Anleger an der Börse sie heute positiv, weil sie eben aufzeigt, dass Deutz es mit seiner Transformation weg von einem Dieselmotorenbauer und hin zu einem Elektromobilitätsspezialisten Ernst meint. Generell dauern solche Transformationsprozesse jedoch in der Regel viele Jahre, weshalb die Aktie für mich auch auf dem aktuellen Kursniveau noch keinen Kaufkandidaten darstellt.

Ein Mitarbeiter von Deutz beim Zusammenbau eines Dieselmotors - das ist die Vergangenheit. Die Zukunft soll dagegen ganz anders aussehen!

Vielmehr erwarte ich – nach einer Gegenbewegung auf die starken Kursverluste zuletzt – einen weiteren Absturz der Aktie unter die charttechnische Unterstützung um fünf Euro. Damit würde der Titel ein erneutes charttechnisches Verkaufssignal mit Kursziel vier Euro generieren. Im Bereich der langjährigen Unterstützung knapp unterhalb von vier Euro wäre die Aktie dann möglicherweise auf längere Sicht sogar wieder interessant. Aber das möchte ich dann bewerten, wenn es soweit ist. Der heute vermeldete Zukauf ist jedenfalls noch längst nicht genug!

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