Administrator / 24.09.13 / 19:16

Cleanventure - «Der Kuchen ist groß»

cleanventure_logoGestern berichteten wir über die bevorstehende Neubewertung der Cleanventure AG (WKN: 830650), die sich als ehemaliger Börsenmantel derzeit völlig neu aufstellt und als Holdinggesellschaft im Bereich Energieeffizienz positioniert. Mit der RMB Energie GmbH hat man sich den Zugang zu einem führenden Hersteller von Klein-Blockheizkraftwerken gesichert, außerdem steht die Aufnahme eine Neugeschäfts im Bereich Wärmelieferung bevor. Nach unserem Bericht kam es gestern zum höchsten Handelsvolumen seit Jahren und einem stark gestiegenen Aktienkurs - 0,86 Euro bedeutete am Ende ein Plus von 83%! Grund genug, mehr über die Neuausrichtung der Gesellschaft in Erfahrung zu bringen: Unsere Kollegen von Privat-Anleger.info sprachen mit Vorstand Charles Habermann über die jüngste und vor allem kommende Entwicklung beim Unternehmen und natürlich über die Cleanventure-Aktie. Interessant: Habermann könnte sich einen Teilverkauf seiner Anteile vorstellen - zu einem Vielfachen des aktuellen Kurses...

Sehr geehrter Herr Habermann, seit Ende letzten Jahres sind Sie der neue Vorstand der Cleanventure AG. Was macht die Cleanventure AG genau und was sind die wichtigsten Meilensteine, die Sie in diesem Jahr erreicht haben?

Charles Habermann: Die Cleanventure hat sich darauf spezialisiert, in chabermannTechnologielösungen für die „Energiewende“ zu investieren. Seit Fukushima gibt es - insbesondere auf den europäischen Märkten – eine Reihe von Ansätzen, die Energieversorgung umzustellen von konventionell/atomar auf regenerativ. Hier sehen wir auf dem Gebiet der dezentralen Energieversorgung große Chancen für die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei kommen Block-Heizkraftwerke, sogenannte BHKWs zum Einsatz, die dezentral Wärme und Strom für Privat- und Gewerbekunden produzieren. Diese BHKWs haben durch die Kraft-Wärme-Kopplung einen Wirkungsgrad von regelmäßig über 95% und gelten damit als hocheffiziente Energieproduktionsanlagen. Aufgrund des dezentralen Einsatzes dieser BHKWs unmittelbar beim Endkunden entfallen lange Lieferwege über Strom- und Wärmenetze und es entstehen zusätzliche Einspareffekte durch den Wegfall von Investitionen in den Netzausbau und sogenannte energetische Netzverluste. Wegen des Einsatzes von Gas in den BHKWs findet ein die Umwelt schonender Verbrennungsprozess statt, der die BHKWs massentauglich macht und stromseitig eine ideale Ergänzung von Solar- und Windenregie darstellt.

Das Thema Kraft-Wärme-Kopplung klingt erst mal nicht so sexy, aber wenn man sich vor Augen hält, dass Energie uns ständig begleitet, bekommt man ein Gefühl dafür, welchen zentralen Stellenwert die ständige Verfügbarkeit von Strom und Wärme in unserem Leben haben: Ähnlich wie bei sauberer Luft und Wasser stellt die Nachfrage nach Strom und Wärme ein Grundbedürfnis dar.

Der wichtigste Meilenstein in diesem Jahr war sicherlich die Aufnahme der Geschäftstätigkeit der Cleanventure an sich. Die Cleanventure war ja bisher ein Börsenmantel, der darauf gewartet hat, aktiviert zu werden. Das haben wir gemacht. Weitere Meilensteine sind unsere erste Beteiligung im 1. Quartal 2013, sowie die zwei weiteren Beteiligungen zur Jahresmitte. Mit diesen Beteiligungen haben wir die Grundlage geschaffen für ein schlüssiges Energie-Portfolio auf dem Gebiet Kraft-Wärme-Kopplung.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir bei Cleanventure uns nicht nur als reine Finanzinvestoren sehen. Wir sehen uns als strategische Investoren, die die Beteiligungen in vielerlei Hinsicht unterstützen: durch unser Netzwerk, im Vertrieb und mit unserer Expertise in Bezug auf Expansionsfinanzierung. Das Wachstum unserer Beteiligungen ist unser Antrieb.

Aktuell hält Cleanventure drei Minderheitsbeteiligungen, nämlich die an der MWB Motorenwerke Bremerhaven AG, der RMB Energie GmbH und der ESA Energy Solutions AG. Können Sie uns diese drei Unternehmen kurz skizzieren und verraten, warum ausgerechnet diese drei Unternehmen so gut zusammenpassen?

Charles Habermann: Die MWB Motorenwerke Bremerhaven AG kommt ursprünglich aus dem maritimen Sektor. Auch heute noch werden Schiffsmotoren aller Größenordnungen gewartet und instandgesetzt, weltweit und on board. Vor circa drei Jahren hatte MWB den Zukunftsmarkt Kraft-Wärme-Kopplung erkannt und begann eigene BHKWs zu entwickeln, im mittleren Segment von 50 kW elektrisch bis 400 kW elektrisch. Inzwischen hat MWB in kürzester Zeit über 300 BHKW ausgeliefert. Darüber hinaus ist MWB im Bereich Abgasreinigung von Schiffsmotoren aktiv. Ab 2015 müssen in sogenannten ECA Emmission Control Areas (wie Ostsee und Nordsee sowie US-Küste) bestimmte Abgasnormen erfüllt werden. Diese Normen sind gesetzlich vorgeschrieben und insbesondere durch den Einbau von Abgasreinigungsanlagen zu erfüllen. Hier besteht großer Druck auf die Reedereien von Seiten der Regierungen – ähnlich wie seinerzeit bei der Einführung von Katalysatoren bei PKWs. Als viertes Segment baut die MWB einen Wartungsverbund für die Wartung und Instandhaltung von Offshore-Windturbinen auf, mit Sitz in Bremerhaven. Von dort wird auch die Installation der Offshore-Windanlagen in der Nordsee betrieben.

Sie sehen, die MWB ist gut positioniert für unterschiedliche Zukunftsmärkte, die alle unmittelbar mit Energieproduktion und Energieeffizienz zu tun haben. Unsere Motivation, in die MWB zu investieren, galt jedoch dem Segment BHKW, da wir hier von den größten Wachstumsraten ausgehen.

Die RMB GmbH ist ein relativ junges und sehr innovatives Unternehmen, das in dem Leistungssegment 5kW bis 40 kW elektrisch unterwegs ist. Aufgrund der geringen Leistung und Baugrößen der Anlagen ist es sehr schwierig, gute Wirkungsgrade zu erzielen. Dies ist der RMB gelungen. Darüber hinaus hat RMB ein einzigartiges Fern-Wartungssystem entwickelt, das es RMB erlaubt, eine Vielzahl von Anlagen zentral zu administrieren und zu warten. In diesem Leistungssegment mit relativ großen Stückzahlen ist eine straffe Strukturierung der Abläufe von erheblichem Vorteil.

Zur Zeit prüfen wir außerdem den Einstieg bei einem BHKW-Hersteller in der Leistungsklasse bis 4 kW elektrisch. Diese Anlagen sind für den Massenmarkt entwickelt und werden in großen Stückzahlen vertrieben. Durch die Ergänzung der unterschiedlichen Leistungsklassen wollen wir auf dem gesamten Anwendungs-Spektrum der Kraft-Wärme-Kopplung präsent sein. Durch die Schaffung einer gemeinsamen Plattform für Einkauf, Vertrieb und Marketing werden sich Synergie-Effekte ergeben, die einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil darstellen und Cross-Selling ermöglichen.

Die ESA Energy Solutions AG ist eine Holding, die Beteiligungen an Energie-Versorgern  halten wird, die Endkunden mittels BHKW mit Wärme und Strom versorgen. Zum Einsatz kommen BHKW aus den Beteiligungen der Cleanventure. Insbesondere auf dem Wohnungsmarkt hat sich hier auf Grund einer Gesetzesänderung im Mietrecht zum 02.07.13 eine entsprechende Nachfrage entwickelt. Zusammen mit einem Partnerunternehmen - einem nationalen Player spezialisiert auf dem Gebiet Wärme- und Stromversorgung, Energieabrechnung und Energiecontacting – wird ESA einen Energieversorger aufbauen, um die Wärme- und Stromversorgung von Wohnungsunternehmen zu übernehmen und Mieter direkt mit Strom und Wärme zu versorgen. Dies war in der Vergangenheit aufgrund gesetzlicher Schranken nicht möglich. Cleanventure verhandelt dafür mit verbundenen Wohnungsunternehmen, die zusammen auf einen Wohnungsbestand von ca. 132.000 Wohnungen kommen. Die ESA wird 20% an dem gemeinsamen Energieversorger halten. Mit der Beteiligung an den BHKW-Produktionsgesellschaften und dem Eintritt in die direkte Energieversorgung mittels BHKWs über die ESA wird Cleanventure an der gesamten Wertschöpfungskette partizipieren!

Während RMB Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von 5 bis 40 kW produziert, sind die Blockheizkraftwerke von MWB mit einem Leistungsspektrum von 50 bis 400 kW deutlich größer. Wie ist das Kundenprofil bei 5 und das bei 400 kW und wie ist die Preisspanne dieser Heizkraftwerke? Bei welcher Kundenschicht erhoffen Sie sich das meiste Potential?

Charles Habermann: Naturgemäß sind die Märkte bezogen auf den Anwendungsfall für kleine und große BHKW sehr unterschiedlich. Während die großen BHKWs in der Klasse 150 bis 400 kW elektrisch für Krankenhäuser, große private Gewerbe- und Industrieanlagen sowie große öffentliche Einrichtungen zum Einsatz kommen, werden die kleineren Anlagen mit 5 bis 150 kW elektrisch für den Wohnungsmarkt und kleine bis mittlere Gewerbe eingesetzt. Die Preisspanne liegt bei ca. 12.000 Euro für kleine Anlagen bis ca. 250.000 Euro für die großen Anlagen.

Wir sehen in allen Anwendungsbereichen hohes Potential, da durch den Einsatz von BHKWs die Energiekosten ab dem ersten Einsatztag um bis zu 30% reduziert werden können, bei allergrößter Netzstabilität – und gleichzeitig hohem ökologischem Anspruch. Aus diesem Grund steigen auch immer mehr Stadtwerke und Energie-Direktvermarkter in die Strom-Produktion mittels BHKWs ein. Wir gehen davon aus, dass die Politik entsprechende Gesetze initiieren wird um den Stadtwerken eine Quote von Energielieferung aus regenerativen Quellen vorzuschreiben. Entsprechende Gutachten liegen der Regierung vor und wurden letzte Woche veröffentlicht.

Die von Ihren Beteiligungen produzierten Blockheizkraftwerke werden mit Gas betrieben. Der Gaspreis ist seit seinem Peak im Jahr 2008 wieder deutlich gesunken und bewegt sich momentan eher seitwärts. Wie wichtig ist der Gaspreis für Ihre Kunden, ab welchem Gaspreis macht ein Blockheizkraftwerk keinen Sinn mehr und wie sehen Sie und externe Marktexperten die Entwicklung des Gaspreises in den kommenden Jahren?

Charles Habermann: Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu Gas. Gas hat den Vorteil allergrößter Verfügbarkeit, weltweit. Das Gasnetz in Europa wird kontinuierlich ausgebaut. Für über 90% der Endkonsumenten in Deutschland ist Gas unmittelbar verfügbar. Erdgas lässt sich als Primärenergie praktisch so einsetzen, wie es gefördert wird. Gewinnung, Reinigung und Transport von Erdgas benötigen nur wenig Energie. Sein Wirkungsgrad als Primärenergie liegt deshalb bei über 90 Prozent. Außer Strom aus Wasserkraft erreicht kein anderer Energieträger einen solchen Wert. Gas verursacht eine schadstoffarme Verbrennung mit vergleichsweise niedrigen CO2-Emissionen - kein Staub, kein Ruß, keine Schwermetalle, keine Entsorgungsprobleme.

Durch neue Explorationsmethoden wird Erdgas noch lange Zeit verfügbar sein und zu Öl und Kohle in Bezug auf den Preis erhebliche Vorteile haben: Aufgrund der mittelfristigen Verknappung von Öl und Kohle wird sich die Preisschere zu Gunsten von Gas entwickeln, so dass sich die Kosten für mittels BHKW produzierten Strom weniger progressiv entwickeln wie die Kosten von durch Öl und Kohle produzierten Strom. Während der Strompreis, den die großen Stromversorger in den letzten 10 Jahren von Endkunden verlangt haben, um durchschnittlich circa 5% pro Jahr gestiegen ist, war der Gaspreis teilweise sogar rückläufig.

Wie ist der Gaspreis in Deutschland im Vergleich zum restlichen Europa und fokussieren sich die Beteiligungen von Cleanventure nur auf den deutschen Markt oder möchte man auch das Ausland bedienen? Bei letzterem, welche Länder machen hier am meisten Sinn?

Charles Habermann: Wichtig ist der Gaspreis in Bezug auf den Preis anderer Primärenergiearten wie Öl und Kohle. Hier haben wir in den meisten europäischen Staaten ähnliche Verhältnisse. Unsere Beteiligungen haben sich insbesondere in den Benelux-Staaten, in Südeuropa – Portugal, Spanien, Italien, Türkei –, aber auch in den ehemaligen GUS-Staaten engagiert und Produkte platziert. Aktuell hat die MWB eine Vertriebsgesellschaft im schnell wachsenden Markt Türkei gegründet. In der Türkei besteht – ähnlich wie in Deutschland – die gesetzliche Auflage in Neubauten einen Teil der Energie aus regenerativen Quellen zu speisen. Erste große BHKWs wurden inzwischen in Istanbul installiert.

Aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage nach Kälte, entwickelt die MWB derzeit eine serientaugliche Anlage zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung KWKK. Einsatzgebiete sind neben südeuropäischen Staaten auch mitteleuropäische Büroimmobilien, die die Arbeitsstättenverordnung erfüllen und im Sommer die Arbeitsplätze und Servergebäude kühlen müssen. Die Anlage wir im 4. Quartal 2013 die Marktreife erreicht haben und in Serie produziert werden.

Wie ist die Aufteilung des hiesigen Markts für Blockheizkraftwerke? Gibt es sehr viel Konkurrenz und Leben oder verteilt sich der Kuchen auf wenige Marktteilnehmer? Wie hoch ist das gesamte Marktvolumen, wie sehen Sie das Potential für die kommenden Jahre und wo liegen die Cleanventure-Beteiligungen gemäß ihrer Marktanteile?

Charles Habermann: Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Kunst besteht darin, sich über Alleinstellungsmerkmale von der Konkurrenz abzuheben. Diese USPs sind für uns ganz wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Beteiligung. Die USPs der MWB sind insbesondere eine extrem hohe Motoren-Kompetenz, ein exzellentes Wartungskonzept sowie eine Entwicklungsabteilung, die Synergien aus den unterschiedlichen Motoranforderungsprofilen zusammenführt. Aufgrund dieser Alleinstellungsmerkmale genießen die BHKWs der MWB auf dem Markt einen sehr guten Ruf.

Die RMB hat mit seinem NeoTower ein Produkt geschaffen, das aufgrund seiner kompakten Bauweise und dem Auslieferkonzept auf Basis einer Paketlösung ohne Konkurrenz ist. Darüber hinaus ist die webbasierte Datenfernüberwachung in höchstem Maße anwender- und wartungsfreundlich und hebt sich damit von Konkurrenzprodukten ab.

Das Marktvolumen allein in Deutschland ist enorm: Studien gehen davon aus, dass eine angestrebte Erhöhung des KWK-Stromanteils auf über 25 % grundsätzlich möglich ist. Einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels kann die Modernisierung von Bestandsanlagen durch die Erhöhung der Stromkennzahl leisten. Wenn man davon ausgeht, dass es allein im Wohnungssektor in Deutschland über 58 Millionen Wohnungen gibt und – aufgrund der gesetzlichen Öffnung – jetzt erst damit begonnen wird, diesen Sektor mit BHKWs zu versorgen, dann kommt man allein hier auf eine Versorgungsquote von ca. 14,5 Millionen Wohnungen bundesweit. Und hier sind noch nicht einmal Gewerbe und öffentliche Gebäude berücksichtigt. Der Kuchen ist groß.

Wie ist eigentlich das Verhältnis zur 2G Energy AG, dem Konkurrenten, der maßgeblich durch Philip Moffat, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats von Cleanventure ins Leben gerufen wurde?

Charles Habermann: Herr Moffat hat seine Beteiligung in 2011 nach über 4 Jahren als Aktionär veräußert. Maßgeblich für das Wachstum von 2G war unter anderem der erfolgreiche IPO in 2007, der Eigenkapital für das Wachstum und eine andere Wahrnehmung des Unternehmens brachte. In dieser Zeit ist 2G von einem kleinen, erfolgreichen BHKW-Hersteller zur Nr. 1 in Deutschland geworden. Der Umsatz hat sich seit 2007 verzehnfacht, wie auch das Ergebnis. Ermuntert durch diesen Erfolg fand die Neuausrichtung der Cleanventure vor einem Jahr statt. Per heute bestehen keinerlei Verflechtungen oder Organschaften mit 2G.

Wie sieht denn die Bilanz der Cleanventure AG aus? Der ehemalige Börsenmantel der Kimon Beteiligungen AG hatte Ende 2012 ja gerade einmal 19.800 Euro auf dem Konto. Nicht genug um Anteile an MWB, RMB und ESA zu erwerben. Wo kommt das Geld also her und wie soll es zurückgeführt werden?

Charles Habermann: Philip Moffat, der 75% der Cleanventure-Anteile hält, hat der Gesellschaft für ihr Wachstum einen niedrigen siebenstelligen Betrag in Form von Darlehen zu guten Konditionen zur Verfügung gestellt. Die Rückführung erfolgt nach erfolgreicher Neuausrichtung der Cleanventure.

Wie möchte Cleanventure denn überhaupt Geld verdienen? Die drei Minderheitsbeteiligungen können ja nicht einmal konsolidiert werden. Gibt es Gewinnabführungsverträge oder richtet man alles auf einen lukrativen Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt aus? Wenn letzteres der Fall ist, wie bekommen Sie das Kapital um bis dahin durchzuhalten?

Charles Habermann: Unsere Kostenstruktur ist minimalistisch und unsere Cashburn-Rate geht gegen null. Alle liquiden Mittel gehen ausschließlich in Beteiligungen. Die überwiegenden Ressourcen wie Personal, Büro etc. werden mit anderen Unternehmen geteilt. Der Cashflow aus dem ESA-Engagement sollte unmittelbar nach Übernahme von Wärmelieferverträgen zu deutlichen monatlichen Erträgen führen. Das Highlight ist dann natürlich - wie in der Vergangenheit - der IPO unserer Beteiligungen.

Auf der letzten Hauptversammlung wurden ein Kapitalschnitt im Verhältnis 4:1 und eine anschließende Kapitalerhöhung beschlossen. Dagegen wurde allerdings Einspruch durch den Vertreter dreier Aktionäre eingelegt. Ist man sich mit den Aktionären mittlerweile einig geworden? Wann soll diese Kapitalerhöhung in welchem Umfang durchgeführt werden und was macht Cleanventure dann mit dem Kapital? Die Verbindlichkeiten, sprich das Darlehen von Herrn Moffat, zurückführen?

Charles Habermann: Die Widersprüche sind zurückgenommen worden und wir warten auf die Eintragung der Beschlüsse ins Handelsregister. Die Kapitalerhöhung soll in Kürze erfolgen gemäß HV-Beschluss. Die Mittel sollen dann insbesondere für weitere Beteiligungen dienen. Wie bereits erwähnt prüfen wir den Einstieg bei einem BHKW-Hersteller in der unteren Leistungsklasse bis 4 kW elektrisch. Diese auf den Massenmarkt ausgerichteten BHKWs haben aufgrund ihres Anwendungsprofils eine hohe Marktdurchdringung und stellen eine gute Ergänzung unseres Portfolios dar.

Bei der ESA wird die Cleanventure gegenüber den finanzkräftigen Partnern ihren Anteil am Eigenkapital beitragen, entsprechend ihrer Beteiligung am Joint Venture. Das Contracting-Geschäft mit Investitionen in BHKWs erfordert einen entsprechenden Cashflow. Darüber hinaus bieten sich gerade zur Zeit viele interessante Beteiligungen im Rahmen der veränderten „Energiewende-Landschaft“ an.

Welche Umsatz- und Ertragszahlen erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Charles Habermann: Das ist bei einer Beteiligungsgesellschaft schwer vorauszusagen. Wir planen aber IPOs in 2015 und die Aufnahme der Aktivitäten der ESA Anfang 2014. Die Phantasie bei der ESA besteht insbesondere in der Anzahl der Wärmelieferverträge: Ähnlich wie bei Mobilfunk-Verträgen wird jedem Endkunden-Vertrag ein Wert zugeordnet. Dieser kann zwischen 500 Euro und 1.200 Euro pro Kunde liegen, unabhängig vom Anlagevermögen. Da die Wärmelieferverträge in der Regel zwischen 5 und 10 Jahre geschlossen werden, ist hier mit einem entsprechenden ROI und regelmäßigem Cashflow zu rechnen. Für 2014 rechnen wir bei dem Joint Venture mit einem Umsatz in Höhe 13,8 Millionen Euro und einem EBIT in Höhe 0,8 Mio. Euro.

Warum Cleanventure-Vorstand Charles Habermann erst bei einer Vervielfachung des Aktienkurses an einen (Teil-)Verkauf seiner Anteile denkt, erfahren Sie im vollständigen Interview bei unseren Kollegen von Privat-Anleger.info!privat-anleger

Disclaimer / Interessenkonflikt
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