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Manuel / 15.11.19 / 17:00

Aurora Cannabis nach Zahlen: Blütezeit schon vorbei?

Aurora Cannabis (WKN: A12GS7) ist neben Canopy Growth (WKN: A140QA) - wir berichteten - das nächste Branchenschwergewicht, das Quartalszahlen vorlegt und danach so richtig vermöbelt wird. Bei beiden geht es auch heute tiefer, bei Aurora um -4,56% auf 3,13 US-Dollar.

Auroras Umsatz stieg von 29,7 Millionen CA$ im Vorjahresquartal auf 75,2 Millionen CA$ im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2020 bis Ende September - selbst das lag aber unter dem Analystenkonsens von 90,6 Millionen CA$, nachdem die Umsätze in den Quartalen zuvor jeweils über 90 Millionen CA$ betragen hatten. Der Nettogewinn im September-Quartal brach ein auf 10,4 Millionen CA$.

Da es sich bei Quartalszahlen oft um Momentaufnahmen handelt, wollen wir einmal näher auf die zugrunde liegenden Entwicklungen eingehen, die den Cannabissektor seit geraumer Zeit begleiten.

Im Frühjahr hatte es noch ausgesprochen optimistisch geklungen bei Aurora, die damals den Ausbau ihrer Produktion forcierten (wir berichteten). Mit der sukzessiven Inbetriebnahme ihrer "Sky Class"-Produktionsstätten - insbesondere der Vorzeigeanlage Aurora Sun, die auf >150.000 m² oder 28 amerikanische Footballfelder erweitert werden sollte - wollte Aurora die Produktionskosten pro Gramm spürbar senken, was auch klappte (dazu gleich mehr).

Damals thematisierten wir den Faktor, von dem Cannabisunternehmen, die primär im Anbau der grünen Blüten aktiv sind, abhängig sind: dem Grammpreis beim Verkauf.

Inzwischen ist klar: Die Branche hat zu viel produziert. Infolge der Legalisierung gab es einen Produktionsboom, gefolgt von einem rapiden Preisverfall. Allein von Juni bis September ist der von Aurora realisierte Verkaufspreis von medizinischem Cannabis von 8,51 auf 8,00 CA$ gesunken.

Hälfte mehr produziert - ein Drittel weniger verkauft

Aurora verkaufte im September-Quartal - das gleichzeitig das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2020 darstellt - 12.000 Kilogramm Cannabis, gleichzeitig produzierte es innerhalb der drei Monate mehr als 40.000 Kilogramm. Damit produzierte Aurora fast die Hälfte (!) mehr Cannabis im September- als noch im Juni-Quartal, konnte aber ein Drittel weniger verkaufen. Anders ausgedrückt: Wären die Produktionskosten pro Gramm also nicht derart rapide gesunken aufgrund der gesteigerten Anbaumenge - was ja wiederum eine Überproduktion ausgelöst hat - dann sähen die Profitzahlen wohl noch schlechter aus.

Zwar resultierte die höhere Auslastung der Sky-Anbaustätten in einem niedrigeren Produktionspreis von 0,86 CA$ pro Gramm, doch das hilft wenig, wenn das Cannabis nicht mehr an den Kunden gebracht werden kann.

Nun stapelt sich das Cannabis säckeweise in den Lagern

Die Erlöse aus dem Geschäft mit medizinischem Cannabis stagnierten quartalsübergreifend. Der Umsatz mit Cannabis für Endkonsumenten brach von 44 Millionen CA$ im Juni-Quartal um ein Drittel auf 30 Millionen CA$ im September-Quartal ein. Gleichzeitig stiegen die Lagerbestände an unverkauftem Cannabis.

Das Management zieht Konsequenzen. Von Unternehmensseite heißt es:

Obwohl Aurora fest davon überzeugt ist, dass die globale Marktchance für Cannabis robust ist, besteht Unsicherheit über den Zeitpunkt des Umsatzprojektion in unseren Kernmärkten. Wir investieren weiterhin in unsere globalen Aktivitäten, was zu kurzfristigen Herausforderungen bei der Erreichung eines positiven bereinigten EBITDAs führen kann.

Aurora teilte außerdem mit, dass es den Bau ihrer Anlage "Aurora Nordic 2" in Dänemark im Laufe des Quartals gestoppt hat, wodurch im nächsten Jahr voraussichtlich rund 80 Millionen CA$ eingespart werden sollen.


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