Auden: Kein Grund zu kaufen – die Blase ist geplatzt!

von (as)  /   04. April 2017, 12:39  /   unter Aktien  /   7 Kommentare

Wir hatten bereits letztes Jahr vor einer fetten Blase bei der Auden AG (WKN: A16144) gewarnt. Einmal mehr haben sich unsere Vorhersagen bewahrheitet und die Aktie verlor allein die letzten vier Monate rund 60% an Wert. Auch die heutigen News wirken eher wie ein Verzweiflungsakt.

Der Kursrutsch von knapp 6 Euro auf unter 2,50 Euro seit Dezember kam für SD-Leser alles andere als unerwartet. Die Möchtegern-Startup-Beteiligungsprofis aus Berlin reagieren heute mit einer „Finanzprognose“ auf die katastrophale Kursentwicklung. Das Unternehmen aus dem Basic Board der Deutschen Börse will in 2017 durch Anteilsverkäufe bei bestehenden Portfoliogesellschaften ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von mindestens 4 Millionen Euro einfahren.

In der Vergangenheit fiel der ehemalige Modekonzern immer wieder negativ durch vollmundige Ankündigungen und wenig professionelle Kapitalmarktkommunikation auf. Schon als Kilian Kerner AG folgte auf einen kurzzeitigen Höhenflug der Aktie der rasante Absturz. Zuletzt erwartete der Vorstand im Juni 2016 eine Bewertung für Auden von „über 100 Millionen Euro auf Sicht von zwölf Monaten“. Der erst für Juni vorgesehene Geschäftsbericht 2016 dürfte hingegen ein wenig erbauliches Bild zeichnen.

Die bisherigen Beteiligungen erscheinen bis auf die am Laserkommunikationsanbieter ViaLight allesamt mager und wenig aussichtsreich. ViaLight soll immerhin demnächst an die Börse gehen und könnte Auden tatsächlich etwas Geld in die Kasse spülen. Allerdings hat Auden gerade mal 2,4 Millionen Euro auf Basis einer Bewertung ViaLights von 33 Millionen Euro investiert. Den großen Jackpot dürfte es daher so schnell auch hier nicht geben.

Risiko viel zu hoch

Die heutige Ankündigung Audens sorgt zunächst für ein Kursplus von rund 8% auf 2,69 Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich damit auf etwa 24 Millionen Euro. Gerechtfertigt ist diese aus unserer Sicht zu hohe Bewertung höchstens, wenn Auden seinen Worten Taten folgen lässt und in diesem Jahr wirklich die angekündigten Millionengewinne erzielt, die sich auch im operativen Cashflow widerspiegeln.

Über den wahren Wert einzelner Beteiligungen herrscht bis zum Verkauf in der Regel große Ungewissheit. Dies zeigte mit Aurelius (WKN: A0JK2A) in den letzten Tagen einmal mehr ein weitaus größerer Branchenvertreter. Aktuell sollten ernsthafte Anleger von Auden-Aktien dringend die Finger lassen, auch wenn kurzfristig die Chance auf Kursgewinne besteht.

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7 Kommentare

  1. Jörn 4. April 2017 14:21

    In dieser Analyse sind ja gleich mehrere sachliche Fehler. Das erinnert ja an die Aussagen von Donald Trump.

  2. Redaktion 4. April 2017 14:52

    Hallo Jörn,

    in dieser „Analyse“ ist aus unserer Sicht kein einziger sachlicher Fehler. Sie dürfen Ihre Meinung dennoch gerne konkretisieren und belegen.

    Viele Grüße
    Ihre Redaktion

  3. Robert 7. April 2017 11:46

    In der Tat muss ich Jörn zustimmen, der Artikel zeigt vielfältige journalistische Mängel. Nicht nur, dass die Berichterstattung hochgradig reißerisch aufgemacht und von Emotionen bzw. Selbstbeweihräucherung geprägt ist, es fehlt ein wesentlicher Bestandteil des Portfolios von Auden, nämlich Optiopay. Sich auf ViaLight als erfolgsversprechendes Invest zu beziehen, ist sicherlich richtig. Die Beteiligung an Optiopay zu verschweigen, ist dagegen sträflich. Es ist kein Aktienwert frei von Risiken, aber auf diesem Niveau ist Auden definitv mit einer Kaufempfehlung zu versehen.

  4. Redaktion 7. April 2017 12:53

    Hallo Robert,

    wir würden weiterhin eine Verkaufsempfehlung aussprechen und sehen den Wert auf kurz oder lang in der Insolvenz bzw. dazu genötigt, ständig neue Gelder zu akquirieren.

    Bei dem von Ihnen angesprochenen Optiopay verlassen nicht ohne Grund leitende Mitarbeiter das Unternehmen:
    http://www.gruenderszene.de/allgemein/leitende-angestellte-verlassen-optiopay

    Viele Grüße,
    Ihre Redaktion

  5. Sascha 19. April 2017 15:29

    Das muss ich Robert recht geben. Der Artikel ist schlecht recherchiert, das Moritz C. gegangen ist, hat nichts mit schlechten Prognosen bei Optiopay zu tun. Vielmehr werden für neue Wachstumsimpulse auch andere Qualifikationen benötigt.
    Und, dass eine Beteiligungsgesellschaften stets frischen Geld für Beteiligungen braucht liegt in der Natur der Dinge.

    Gruß Sascha

  6. Adrian 19. April 2017 15:29

    @Redaktion: Die Herren haben nicht Optiopay verlassen, Sie sind „weiterhin beratend für das Startup tätig, außerdem behielten sie dort ihre Anteile.“ Und diese Anteile denken Sie nicht zu verkaufen, siehe folgendes Interview, erst im März 2017 erschienen:
    http://berlinvalley.com/interview_optiopay/

    „Wir haben so viel Passion, das Unternehmen aufzubauen, dass wir darüber nicht wirklich nachdenken.“

  7. Sascha 19. April 2017 15:34

    Und noch etwas zu dem ursprünglichen Artikel:

    1. In der Vergangenheit fiel der ehemalige Modekonzern immer wieder negativ durch vollmundige Ankündigungen …
    a. Das Management der KK und der Auden sind unterschiedliche Personen. Ebenso ist er AR ( außer einer) ausgetauscht. Daher fehlerhaft.

    2. Der erst für Juni vorgesehene Geschäftsbericht 2016 dürfte hingegen ein wenig erbauliches Bild zeichnen..
    b. in der jüngsten Prognose wird ein operativer Gewinn erwartet. Das würde der Vorstand nicht tun, wenn es nicht auch so wär. Daher fehlerhaft

    3. Die bisherigen Beteiligungen erscheinen bis auf die am Laserkommunikationsanbieter ViaLight allesamt mager ..
    c. da haben sie sich wohl nicht mit den Beteiligung beschäftig wie man sieht. Im Research und auf diversen Webseiten von Start-ups wird ein komplett anderes Bild gezeigt. Und ganz ehrlich, den Artikeln vertraue ich mehr. Daher fehlerhaft

    4. Allerdings hat Auden gerade mal 2,4 Millionen Euro auf Basis einer Bewertung ViaLights von 33 Millionen Euro investiert. Den großen Jackpot dürfte es daher so schnell auch hier nicht geben….
    d. wissen Sie schon, vor den Konsortialbanken was bei dem IPO raus kommt, Respekt wenn das so ist. Glaube ich aber nicht ….Daher fehlerhaft

    5. Gerechtfertigt ist diese aus unserer Sicht zu hohe Bewertung höchstens, wenn Auden seinen ..
    e. klar geliefert muss werden. Aber auch hier ist die Prognose von über 40 Cent EPS vom Unternehmen und daher sicherlich fundamental begründet. Daher teilweise fehlerhaft

    Ich denke auch, auf dem Niveau kann man nicht vielfalsch machen.
    Sascha

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